Abstract:
Das Hauptargument für fiskalpolitische Regeln ist die Berücksichtigung der langfristigen Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen, die in einer Währungsunion andere Mitgliedstaaten berührt. Neben anderen Punkten wird am Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP) kritisiert, dass er widersprüchlich oder unvollkommen sei, da der Fokus auf dem Defizitkriterium liegt und nicht auf dem Schuldenstand. Die in den Verträgen zu findenden wenigen Verweise auf den Schuldenstand werden praktisch ignoriert. Einige spät veröffentlichte Reformverschläge tragen allerdings dem Schuldenstandskriterium Rechnung und versuchen, dies in den SWP aufzunehmen. Im vorliegenden Aufsatz wird vorgeschlagen, das Defizitkriterium mit dem Schuldenstand zu gewichten. Der Vorschlag ist einfach, symmetrisch und nicht arbiträr. Um den Vorschlag für Länder mit hohem Schuldenstand attraktiv zu machen, müssten zumindest zu Beginn die Ziele für sie über dem Maastricht-Kriterium liegen dürfen.
Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung / Quarterly Journal of Economic Research is edited by Klaus F. Zimmermann, Dorothea Schäfer, Tilman Brück, Christian Dreger, Claudia Kemfert, Alexander Kritikos, Viktor Steiner, Gert G. Wagner, Christian Wey, Ansgar Belke and Georg Meran