Abstract:
Vor dem Beitritt zur EWU wurde die Fiskalpolitik durch den möglichen Ausschluss einer einzelnen Währung diszipliniert. Nach dem Beitritt erfolgt diese Disziplinierung durch den Stabilitäts- und Wachstumspakt. Im vorliegenden Aufsatz wird die in beiden Regimen ausgeübte Disziplinierung an drei verschiedenen Kriterien überprüft: der Wahrscheinlichkeit, das 3 %-Kriterium zu verletzen, der Wahrscheinlichkeit, eine Konsolidierung einzuleiten, sowie der Langlebigkeit einmal unternommener Konsolidierung. Im Vorlauf zur EWU stieg die Wahrscheinlichkeit, Konsolidierungen einzuleiten. Waren die Länder jedoch erst einmal aufgenommen, sank die Disziplin deutlich, die Nachhaltigkeit der Konsolidierung nahm ab, und die Wahrscheinlichkeit für die Verletzung des 3 %-Kriteriums stieg. Im Jahre 2004 waren die disziplinierenden Vorzüge des Beitritts zur EWU aufgebraucht. Die Analyse zeigt, dass die Quelle des Problems darin lag, auf Wachstumseffekte zur Konsolidierung gebaut und keine angemessenen Übersc
Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung / Quarterly Journal of Economic Research is edited by Klaus F. Zimmermann, Dorothea Schäfer, Tilman Brück, Christian Dreger, Claudia Kemfert, Alexander Kritikos, Viktor Steiner, Gert G. Wagner, Christian Wey, Ansgar Belke and Georg Meran