Abstract:
Eine der wesentlichen Gründe für das Entstehen und den Verlauf der Finanzkrise dürfte in der Intransparenz moderner Kapitalmärkte liegen. Diese Intransparenz begünstigt einerseits das Entstehen von spekulativen Blasen. Andererseits ist die mangelnde Transparenz wohl wesentlich für die vielfach konstatierte Vertrauenskrise innerhalb des Finanzsektors und zwischen Banken und Nicht-Banken. Intransparenz resultiert aus Informationsasymmetrien und die Reduktion von Informationsasymmetrien ist die Aufgabe der Rechnungslegung. Dementsprechend soll in dem vorliegenden Beitrag die Rolle der Rechnungslegung im Rahmen der Finanzmarktkrise diskutiert werden. Hierfür wird im ersten Abschnitt zunächst die Aufgabe der Rechnungslegung definiert und präzisiert. Anschließend wird der institutionelle Rahmen der Rechnungslegung insbesondere in Bezug auf die Bewertung von Finanzinstrumenten in der gebotenen Kürze dargestellt. Im zweiten Abschnitt wird diskutiert, inwiefern die Bewertungs- und/oder die Koordinationsfunktion der Rechnungslegung mit dem Verlauf der Finanzkrise in Verbindung gebracht werden können. Der dritte Abschnitt dient der kritischen Diskussion der aktuellen regulatorischen Reformbestrebungen vor dem Hintergrund des aufgespannten theoretischen Rahmens. Der letzte Abschnitt fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und wagt einen regulatorisch-normativen Ausblick.
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Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung / Quarterly Journal of Economic Research is edited by Klaus F. Zimmermann, Dorothea Schäfer, Tilman Brück, Christian Dreger, Claudia Kemfert, Alexander Kritikos, Viktor Steiner, Gert G. Wagner, Christian Wey, Ansgar Belke and Georg Meran