Abstract:
Bis heute stellt das Paradigma der Neoklassik und ihrer neueren Formen (Institutionenökonomik, Informationsökonomik) die wichtigste theoretische Grundlage der Verbraucherpolitik dar. Heute sucht diese jedoch nach neuen, empirisch basierten Konzepten für ihre strategische Ausrichtung. Eine vielversprechende Entwicklung hat sich in jüngerer Zeit mit der Verhaltensökonomie (Behavioral Economics) ergeben. So interessieren sich das Committee on Consumer Policy der OECD, die Europäische Kommission sowie verschiedene Länder (Australien, Großbritannien, Baden- Württemberg) zunehmend für den Beitrag, den die Behavioral Economics für die Verbraucherpolitik leisten kann. Diese Forschungsrichtung untersucht, wie Menschen wirtschaftlich agieren. Sie verlässt die Modellannahme des rationalen homo oeconomicus und untersucht "Verhaltensanomalien", die das menschliche (Markt-)Verhalten prägen. Die Methoden der Behavioral Economics sind meist empirisch, häufi g experimentell. Eine Reihe von Verhaltenstendenzen, Entscheidungsregeln und "kognitiven Irrtümern" ("heuristics and biases") sind mittlerweile empirisch gut belegt. Der Beitrag untersucht, inwieweit sich die Erkenntnisse der Verhaltensökonomik als konzeptionelle Grundlage für Verbraucherpolitik eignen. Internationale Initiativen in diese Richtung werden skizziert.
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Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung / Quarterly Journal of Economic Research is edited by Klaus F. Zimmermann, Dorothea Schäfer, Tilman Brück, Christian Dreger, Claudia Kemfert, Alexander Kritikos, Viktor Steiner, Gert G. Wagner, Christian Wey, Ansgar Belke and Georg Meran