Abstract:
Überraschend ist im Mai die Arbeitslosigkeit gefallen. Diese positive Entwicklung wird sich im Juni zunächst fortsetzen. Diese Einschätzung basiert auf einem neuen methodischen Konzept, das Google-Aktivitätsdaten für die kurzfristige Prognose der Arbeitslosigkeit einsetzt. Gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten sind frühzeitige Prognosen gefragt: Traditionelle Verfahren geben dies mangels rechtzeitig verfügbarer Primärdaten und angesichts rascher struktureller Veränderungen allerdings nicht her. Kurzfristige Politikmaßnahmen verändern darüber hinaus die Datengrundlage. "Weiche" Daten, wie sie das Internet liefert, können in dieser Situation einen Ausweg bieten. Die Erfahrungen im bisherigen Verlauf der Wirtschaftskrise belegen - angesichts schwieriger Rahmenbedingungen - eine insgesamt gute Performance des vorgeschlagenen Konzepts.
DIW Wochenbericht is edited by Pio Baake, Ferdinand Fichtner, Marcel Fratzscher, Martin Gornig, Peter Haan, Claudia Kemfert, Karsten Neuhoff, Jürgen Schupp, C. Katharina Spieß and Gert G. Wagner