Abstract:
Die vorliegende Studie befasst sich mit den globalen Ungleichgewichten unter besonderer Berücksichtigung der Asymmetrien im Weltwährungssystem. Die Vereinigten Staaten und der Euroraum (Deutschland) werden als Zentren mit steigenden Leistungsbilanzdefiziten (Vereinigte Staaten) und steigenden Leistungsbilanzüberschüssen (Deutschland) identifiziert. Die Ungleichgewichte in den Zentren werden flankiert von Leistungsbilanzüberschüssen in Ländern mit Wechselkursbindung an den Dollar (Dollar-Peripherie) und Leistungsbilanzdefiziten in Ländern mit Wechselkursbindung an den Euro (Euro-Peripherie). Es wird gezeigt, dass Veränderungen der globalen Leistungsbilanzpositionen von makroökonomischen Entscheidungen in den Zentren bestimmt sind. Insbesondere beeinflussen die expansive Geld- und Fiskalpolitik der Vereinigten Staaten die Überschüsse in den Ländern der Dollar-Peripherie. Begründet ist dieser Zusammenhang auch in der Sterilisierungspolitik der Dollar-Peripherie- Länder, die zu steigenden Leistungsbilanzüberschüssen beiträgt. Um die globalen Leistungsbilanzungleichgewichte auszugleichen, ist vor allem eine restriktive Makropolitik in den Vereinigten Staaten geboten.