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Leichte Belebung kommt, Strukturprobleme bleiben

Andrej Drygalla, Franziska Exß, Katja Heinisch, Oliver Holtemöller, Martina Kämpfe, Boris Kozyrev, Axel Lindner, Sukanya Mukherjee, Karoline Offen and Allessandro Schult

Konjunktur aktuell, 2025, vol. 13, issue 4, 104-148

Abstract: Die internationale Konjunktur scheint Ende 2025 weiter robust. Angesichts der amerikanischen Hochzollpolitik ist insbesondere die Stärke des Welthandels bemerkenswert. Von der Wirtschaftspolitik dürften im Jahr 2026 per saldo keine großen Impulse ausgehen. Dabei dürfte sich die weltwirtschaftliche Expansion etwas abschwächen. Die USKonjunktur wird zwar von den hohen Investitionen im Tech-Sektor gestützt, die recht hohe Inflation und ein schwächelnder Arbeitsmarkt werden aber den privaten Konsum belasten. Im Euroraum dürfte sich die wirtschaftliche Expansion, gestützt von steigenden Reallöhnen, in geringem Tempo fortsetzen. Aus dem Boom um die wirtschaftliche Nutzung von Künstlicher Intelligenz ergeben sich Chancen und Risiken. So erfolgt in jüngerer Zeit die Finanzierung der KI-Investitionen zunehmend über intransparente Instrumente und Kredite, wovon Gefahren für die Finanzmarktstabilität ausgehen könnten. Auch die hohe und steigende Staatsverschuldung in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften stellt ein Risiko dar. In Deutschland hat die Produktion im dritten Quartal stagniert, und die Beschäftigung ist leicht zurückgegangen. Dabei ist die Lohndynamik bemerkenswert kräftig. Weil aus Lohneinkommen mehr konsumiert wird als aus Vermögenseinkommen, dürften die Haushalte ihre Ausgaben im Jahr 2026 in der Tendenz ausweiten. Die Konjunktur wird aber vor allem durch zusätzliche öffentliche Ausgaben angeregt, auch wenn die Verausgabung der Gelder wegen Umsetzungsproblemen schleppender verlaufen wird als geplant. Dafür, dass auch die Exporte leicht steigen, spricht, dass die dämpfenden Effekte der US-Zollerhöhungen auslaufen dürften. Freilich ist sowohl die Prognose höherer öffentlicher Investitionen als auch etwas steigender Exporte mit Risiken behaftet. So könnten die Kapazitäten von Bau- und Rüstungswirtschaft schneller ausgeschöpft sein als hier unterstellt. In diesem Fall würde der finanzpolitische Impuls statt Produktions- vor allem Preiseffekte zur Folge haben. Die Stabilisierung der Exportwirtschaft ist dann gefährdet, wenn die chinesische Wirtschaftspolitik verstärkt darauf setzt, die schwache Binnennachfrage in China mithilfe von Subventionen durch Gewinnung neuer Exportmärkte zu kompensieren.

Date: 2025
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DOI: 10.18717/ka1cz0-5f67

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