Partnerschaften zwischen zugewanderten und im Inland geborenen Personen
Wido Geis-Thöne
IW-Trends – Vierteljahresschrift zur empirischen Wirtschaftsforschung, 2026, vol. 53, issue 1, 27-48
Abstract:
Für die Integration zugewanderter Personen ist es von Bedeutung, wie stark sich die Beziehungsnetzwerke der zugewanderten und nicht-migrantischen Bevölkerung mit- einander verzahnen. Die engste Form der selbst gewählten Beziehungen stellt dabei die Partnerschaft mit gemeinsamer Haushaltsführung dar. Eine eigene Auswertung des Mikrozensus ergibt, dass 11,2 Prozent der zugewanderten Personen im Alter zwischen 25 und 64 Jahren in Deutschland im Jahr 2022 in einer Beziehung mit einer in Deutschland geborenen Person ohne zugewanderte Eltern oder Einwanderungsgeschichte lebten. Betrachtet man nur Personen, die sich in einer Partnerschaft befunden haben, waren es sogar 16,0 Prozent. Dabei steigt der Anteil mit dem Qualifikationsniveau und es zeigen sich größere Unterschiede je nach Herkunftsregion. Besonders häufig sind Partnerschaften mit im Inland geborenen Personen ohne Einwanderungsgeschichte bei zur Ausbildung ins Land gekommenen Zuwanderern. Befinden sich zugewanderte Frauen in einer Partnerschaft mit einem in Deutschland geborenen Mann ohne Einwanderungsgeschichte, haben sie deutlich seltener drei und mehr Kinder. Dies gilt auch, wenn man in einer multivariaten Analyse für Bildungsstand, Herkunftsregion und weitere soziodemografische Charakteristika kontrolliert. Auch gehen sie in Deutschland deutlich häufiger einer Erwerbstätigkeit nach, was sich allerdings mit Unterschieden bei den weiteren soziodemografischen Charakteristika weitgehend erklären lässt.
Keywords: Internationale Migration; Familienstrukturen; Integration (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: F22 J12 J15 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2026
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DOI: 10.2373/1864-810X.26-01-02
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