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Steuerlich induzierte Kinderlasten: empirische Entwicklung in Deutschland; Forschungsvorhaben des Deutschen Arbeitskreises für Familienhilfe e.V

Rüdiger Parsche, Andrea Gebauer, Caroline Grimm, Oliver Michler and Chang Woon Nam

in ifo Forschungsberichte from ifo Institute - Leibniz Institute for Economic Research at the University of Munich

Abstract: Die vorliegende Studie untersucht die Existenz der sogenannten "Kinderstrafsteuern" für die Bundesrepublik Deutschland für die Jahre 1990 bis 2002 und quantifiziert das damit verbundene Ausmaß der finanziellen Belastung von Familien mit Kindern gegenüber Kinderlosen. - Nach Darstellung der allgemeinen steuerlichen Regelungen und Berechnung der Kinderkosten wird die Quantifizierung auf Basis zuvor definierter Haushaltstypen durchgeführt. Für die Untersuchung wurden die mit dem kindbezogenen Konsum in Verbindung zu bringenden Verbrauchsteuern auf Strom, Brennstoffe, Benzin sowie die Mehrwertsteuer herangezogen. - Aufgrund der Quantifizierungsergebnisse läßt sich festhalten, daß aus steuerlicher Sicht zwischen 1990 und 2002 tatsächlich eine Benachteiligung von Familien mit Kindern gegenüber Kinderlosen existiert. Dabei mussten Familien mit Kindern in diesem Zeitraum insgesamt rund 33 Mrd. Euro Kinderstrafsteuern zahlen. Diese Beträge stellten Steuereinnahmen des Staates dar, die das steuerfrei zu stellende Existenzminimum der Kinder ungerechtfertigt belastet haben. - Als Ergebnis der Untersuchung läßt sich klar erkennen, daß Familien mit Kindern in der Vergangenheit im Vergleich zu Kinderlosen zum Teil deutlich benachteiligt wurden, da die notwendigen Aufwendungen für die Kinder bei der Besteuerung keine ausreichende Berücksichtigung fanden. Mit der Einführung des Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsfreibetrags wurde diese Benachteiligung, zumindest aus steuerlicher Sicht, eliminiert. Nichtsdestotrotz sollte in Zukunft überlegt werden, auch andere Familienfördermaßnahmen, insbesondere Betreuungsmöglichkeiten außerhalb, aber auch innerhalb des Haushalts, in Angriff zu nehmen, die beiden Elternteilen in der Wahl der Erwerbstätigkeit vollkommene Entscheidungsfreiheit geben.

JEL-codes: H20 J10 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2003
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