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On the economics of an EU-Japan Free Trade Agreement

Gabriel Felbermayr (), Fukunari Kimura (), Toshihiro Okubo (), Marina Steininger and Erdal Yalcin

in ifo Forschungsberichte from ifo Institute - Leibniz Institute for Economic Research at the University of Munich

Abstract: Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Japan und der EU finden zu einer Zeit statt, in der die globale wirtschaftliche Integration zunehmend infrage gestellt wird. Nachdem die US-Regierung TTIP und TPP nicht länger verfolgt, wäre der erfolgreiche Verhandlungsabschluss zwischen zwei führenden Wirtschaftsmächten mit einer starken politischen Botschaft verbunden: Ein Öffnen der Märkte zwischen Ländern ist nach wie vor möglich und auch wünschenswert, da es Wohlstandsgewinne für alle Beteiligten erzeugt. Die nachfolgende Studie untersucht ein Freihandelsabkommen der EU mit Japan und schätzt die zu erwartenden ökonomischen Effekte. Der gewählte Ansatz ist besonders innovativ, da er das jüngst errichtete Freihandelsabkommen der EU mit der Republik Korea als Benchmark benutzt und auf die aktuellsten verfügbaren Daten zurückgreift. Während ein weniger ambitioniertes Handelsabkommen, das lediglich Zollsenkungen beinhaltet, nur sehr geringe Wohlfahrtszuwächse verspräche, wären diese im Fall eines sehr umfangreichen Freihandelsabkommens, das auch nicht-tarifäre Handelsbarrieren sektorübergreifend reduziert, ungleich höher. Eine konservative Schätzung auf Basis der Erfahrung des EU-Korea-Abkommens ergibt einen Wohlfahrtsgewinn von 9 Mrd. Euro für Japan, was 0,23% der japanischen Wirtschaftsleistung entspricht. Gleichzeitig können die EU-Mitgliedstaaten einen aggregierten Wohlfahrtszuwachs von 11 Mrd. Euro erwarten. Für Europa berechnet das Simulationsmodell Wertschöpfungszuwächse im Pharmbereich, der Lebensmittel-, Getränke- und Tabakherstellung sowie im Automobilsektor. Gleichzeitig erlitten die Maschinenbauer Verluste. Unter den Dienstleistern würde der Großhandel am meisten gewinnen, während kleinere Verluste bei IT-Dienstleistern und der Unterhaltungsindustrie anfielen. Für Japan werden bedeutende Zuwächse in der Computer- und der Elektronikindustrie vorhergesagt, kleinere Gewinne können der Maschinenbau und ebenfalls die Automobilindustrie erwarten. Verluste hingegen konzentrieren sich auf die Pharmaindustrie und den Großhandel und – allerdings zu einem weit geringeren Ausmaß – auf die landwirtschaftlichen Sektoren und die Lebensmittelbranche. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung innerhalb der EU enthält die Studie auch die zusätzlichen Effekte eines Brexit-Szenarios, demzufolge das Abkommen für Japan mit einer EU ohne dem Vereinigten Königreich weit weniger interessant wäre.

Date: 2017
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