Blicke in die Unendlichkeit
Jürgen Richter-Gebert
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Jürgen Richter-Gebert: Technische Universität München, Zentrum Mathematik
A chapter in Alles Mathematik, 2016, pp 145-170 from Springer
Abstract:
Zusammenfassung Der geliebte alte, etwas aus der Mode gekommene, Alibertschrank im Badezimmer. Als Kind an Klappspiegeltüren Blicke in die Unendlichkeit gewagt. Wie eng konnteman die beiden Spiegeltüren zusammenklappen, so dassman gerade noch mit seinem Auge hineinlinsen konnte, um eine schier endlose Kette von sich spiegelnden Spiegeln zu sehen – nach hinten langsam in einem glasgrünen Schleier verschwindend. Szenenwechsel, Großmutters Vitrinenschrank. Ein Schaukasten für Häkeldeckchen und Nippes. Der „Hauptausstellungsraum“ dieses Schrankes bestand aus einem quaderförmigen Fach, das von fünf Seiten mit Spiegeln versehen war, so dass sich die Porzellanfiguren mehr als vorstellbar oft wiederholten. Das merkwürdigste an diesem Fach war aber das folgende: Wenn man sich vor die Spiegel stellte, ein Auge zukniff und in die hintere Ecke des Faches schaute, in der sich drei Spiegel – senkrecht aufeinander stehend – trafen, sah man immer das andere Auge im Fadenkreuz der drei sich treffenden Spiegel. Ich vermute, ich stand insgesamt Stunden davor und grübelte nach dem Warum.
Date: 2016
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DOI: 10.1007/978-3-658-09990-9_10
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