Gier und illegale Geschäfte
Wolfgang Plasa
Chapter 16 in Der totalitäre Kapitalismus, 2023, pp 291-303 from Springer
Abstract:
Zusammenfassung Parallel zur Rückentwicklung zu einer radikaleren Form der kapitalistischen Marktwirtschaft haben sich in den vergangenen Jahrzehnten auch die Geschäftsmethoden radikalisiert. Es mehren sich die Fälle, in denen Individuen oder Unternehmen die Grenze zur Illegalität überschreiten. Diese Entwicklung wird dadurch gefördert, dass Gerichte in aller Regel mit Missetätern sehr nachsichtig umgehen. Dieser Wandel wurde durch die Liberalisierung des Finanzsektors begünstigt. Infolge eines offeneren Wettbewerbs trat an die Stelle des Ziels einer langfristigen Bewahrung der Unternehmenssubstanz die kurzfristige Gewinnerwartung sowie ein exzessives Gewinnstreben. Zusammen mit einer gewinnorientierten Managervergütung bewirkte dies einen Verzicht auf die traditionelle, auf Ansehen bedachte Geschäftspolitik zugunsten hochspekulativer Geschäfte. Dies führte dazu, dass Rücksichtslosigkeit als akzeptabel betrachtet wurde. Es ebnete den Weg dafür, dass sich Gier – und wenn man so will, „Immoralität“ – ausbreiteten. Damit entfiel auch ein Hemmnis, die Grenze zur Illegalität zu überschreiten. Illegale Geschäfte sind nicht zuletzt eine Frage der Versuchung, und diese wiederum eine Frage des Umfangs der möglichen Bereicherung. Die Möglichkeiten der illegalen Bereicherung sind inzwischen ins Unermessliche gestiegen und damit auch die Versuchung. Insofern ist es ist nicht erstaunlich, dass der Erfolg der kapitalistischen Marktwirtschaft die Moral untergräbt. Es mehren sich die Fälle, in denen Individuen oder Unternehmen die Grenze zur Illegalität überschreiten. Typische Straftaten dieser Art sind Korruption, Geldwäsche, illegale Preisabsprachen und Steuerhinterziehung.
Date: 2023
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DOI: 10.1007/978-3-658-41761-1_16
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