Das Verhältnis von Mathematik und Ideenlehre bei Plato
Otto Toeplitz
A chapter in Quellen und Studien zur Geschichte der Mathematik, 1926, pp 3-33 from Springer
Abstract:
Zusammenfassung Die Größe der Rolle, die Plato für die Mathematik gespielt hat, ist stets empfunden, oft gerühmt worden. Auch die Größe der Rolle, die die Mathematik für Plato und seine Ideenlehre gespielt hat, ist nie geleugnet worden. Man hat diejenigen Stellen seiner Werke, in denen die aus dem Euklid geläufigen Fachausdrücke vorkommen, sorgsam zusammengetragen2). Und doch ist das schwerste Stück der Arbeit bisher nicht getan worden. Die Historiker der Mathematik auf der einen Seite haben einen guten Teil ihrer Kraft darauf verbraucht, in die „Zahlenmystik“ der Hochzeitszahl, in die Hypothesisstelle aus dem Menon mathematische Klarheit zu bringen und sind im übrigen über die unbestimmte Formel von der methodischen Einwirkung Platos auf die Mathematiker seiner Zeit und von der Propaganda Platos für ihren didaktischen, logisch schulenden Wert im Prinzip nicht weit hinausgegangen. Die Philologen auf der anderen Seite scheuten bis vor kurzem in der Mehrzahl vor der Sachinterpretation der mathematischen Stellen zurück und bemerkten an vielen Stellen, die von der allgemeinen Ideenlehre handeln, gar nicht die mathematischen Anklänge und Bezüge, die oft viel tiefere Aufschlüsse enthalten, als die sogenannten „mathematischen Stellen“.
Date: 1926
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DOI: 10.1007/978-3-662-32736-4_1
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