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Sexagesimalsystem und babylonische Bruchrechnung

O. Neugebauer

A chapter in Quellen und Studien zur Geschichte der Mathematik, 1930, pp 183-193 from Springer

Abstract: Zusammenfassung Seit Hincks 1854 an dem sogenannten „Täfelchen von Senkereh“ die Tatsache entdeckt hatte, daß im Zweistromlande ein Zahlensystem in Gebrauch gewesen war, das 60 an Stelle von 10 als Basis verwandte, hat das Interesse an dieser Erscheinung nicht aufgehört. So sehr aber auch über sie diskutiert wurde, so wenig hat man versucht, sie in tieferen Zusammenhang mit der geschichtlichen Entwicklung des mathematischen Denkens zu bringen. Schon der Name „Sexagesimalsystem“ bezieht sich nur auf den nebensächlichsten Punkt; denn die „sexagesimale“ Schreibung der Zahlen gibt dem System gar nicht sein besonderes mathematisches Gepräge, da nicht etwa 59 Zahlzeichen für 1 bis 59 existieren, sondern nur zwei, nämlich 1 und 10, woraus in bekannter additiver Weise alle Zahlen unter 60 zusammengesetzt werden (23 = 10,10,1,1,1). Man hat es also zunächst mit einem harmlosen Dezimalsystem zu tun, wie auch sonst überall im alten Orient. Dieses System wird nun dadurch unterbrochen, daß nicht bis zu einem neuen Zahlzeichen „100“ weitergegangen wird, sondern Potenzen von 60 statt von 10 als weitere Einheiten gezählt werden. Aber auch darin liegt noch nicht das eigentlich Entscheidende, — die vigesimalen Zahlensysteme u. ä. würden Analoga (wenn auch leichter erklärbare) abgeben.

Date: 1930
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DOI: 10.1007/978-3-662-38293-6_4

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