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Krisenmanagement – akute Krisen überwinden und verhindern

Marcus Sassenrath ()

Chapter 4 in Leadership in Krisenzeiten, 2026, pp 201-246 from Springer

Abstract: Zusammenfassung Akute Krisen treffen Organisationen plötzlich und mit großer Wucht – etwa durch Cyberangriffe, Naturkatastrophen, Versorgungsausfälle oder Skandale. Sie bringen eingespielte Prozesse zum Stillstand und erzeugen eine Ausnahmesituation, in der schnelle Orientierung und Handlungsfähigkeit überlebenswichtig sind. In diesen Situationen stehen vor allem die Vitalkompetenzen „Entscheiden“ und „Umsetzen“ im Fokus. Die Organisation muss schnell priorisieren, Verantwortung klar regeln und operative Maßnahmen ergreifen, die akute Probleme lösen. Gute Führung zeigt sich hier nicht nur in schnellen Entscheidungen, sondern auch in der Fähigkeit, Vertrauen und psychologische Sicherheit zu schaffen. Menschen reagieren auf Krisen mit Stress – sie brauchen Orientierung, transparente Kommunikation und das Gefühl, handlungsfähig zu sein. Wer sie hierbei schon zu „Normalzeiten“ unterstützt und Vertrauen aufbaut, erntet in der Krise Engagement und Handlungskompetenz. Akute Krisen verlangen temporär nach einer anderen Führungslogik mit Fokus auf schnellem Entscheiden und Umsetzen. Für situationsgerechtes Handeln sind auch hier Partizipation und das Berücksichtigen verschiedener Sichtweisen erfolgsentscheidend – im Turbomodus. Aber wichtig ist auch: so bald wie möglich muss der Wechsel zurück zum Normalmodus erfolgen. Wird der Krisenmodus nicht beendet, drohen Erschöpfung, Fehlsteuerung und die Vernachlässigung von allem, was nicht dringend, aber auch wichtig ist. Krisenmanagement umfasst neben diesen Aspekten des operativen Krisenmanagements als präventive Ergänzung auch ein strategisches Krisenmanagement, das dazu beiträgt, Krisen zu verhindern. Dazu gehören systematisches Risikomanagement und die Stärkung der Resilienz. Letztere basiert vor allem auf resilienten Mitarbeitenden, dem gezielten Aufbau strategischer Redundanzen und einer Strategieentwicklung, die auch bei plausiblen Extremszenarien nicht völlig falsch ist. Und die Resilienz profitiert von robusten Strukturen und einer Kultur, die Eigenverantwortung, psychologische Sicherheit und Leistungsbereitschaft unterstützt. – Hier berühren sich die Anforderungen an Führung für die Verhinderung struktureller wie akuter Krisen.

Date: 2026
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DOI: 10.1007/978-3-662-72690-7_4

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