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Studien über den Sozialismus

Arturo Labriola
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Arturo Labriola: Universität Neapel

A chapter in Konjunkturen und Krisen Internationaler Verkehr Hauptprobleme der Finanzwissenschaft · Ökonomische Theorie des Sozialismus, 1928, pp 331-344 from Springer

Abstract: Zusammenfassung Auguste Thierre behauptet von der Nationalökonomie: „cette science bourgeoise surgie dans les villes d’Italie“, und das mit Recht, wenigstens in dem Sinne, daß Italien bis zum 13. Jahrhundert in Thomas von Aquin, in Aegidius Colonna, in St. Antonius, Bischof von Florenz, Schriftsteller hervorgebracht hat, welche sich mit der Wirtschaftswissenschaft zugehörigen Gegenständen befassen. Auch später, im 14. Jahrhundert, hat Italien mit Guicciardini, Botero, Scaruffi, Davanzzati, Pagnini und vielen anderen einen entscheidenden Anteil am Aufbau der künftigen Wirtschaftswissenschaft genommen und bis auf unsere Tage in der Entwicklung und Pflege dieser Wissenschaft einen hervorragenden Rang behauptet. Nicht dasselbe kann jedoch vom Sozialismus behauptet werden. Das ist um so bemerkenswerter, als Italien in einem gewissen Sinn der klassische Boden des Klassenkampfes gewesen ist, das Land, welches zuerst die Leibeigenschaft abgeschafft1) und den Adel gezwungen hat, seine Schlösser zu verlassen und sich in den Städten niederzulassen. In diesen Städten herrschte ein mittleres Bürgertum, dem Handwerk verbündet und dem Adel feindlich gesinnt, welches später mit dem Adel gegen das „niedrige Volk“ ein Bündnis einging und dasselbe unter einem systematischen Drucke hielt. Aber der Gedanke folgt immer der Tat. Während also die Entwicklung des Bürgertums zur herrschenden Klasse der Stadt zu Reflexionen über eben dieses Bürgertum betreffende nationalökonomische Probleme den Anlaß gegeben hatte, so war anderseits die systematische Zersetzung des Handwerks im 13. und 14. Jahrhundert, welche auf seine schüchternen Versuche, sich der Stadtverwaltung zu bemächtigen, gefolgt war, nicht imstande, selbständige sozialistische Gedankengänge zu entwickeln, obwohl seine Herrschaftsaspirationen sich von denen des Bürgertums und des Adels nicht unterschieden.

Date: 1928
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DOI: 10.1007/978-3-7091-5945-3_19

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