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Bürgerorientierte Gesundheit in Deutschland: Dokumentation einer Tagung, vol 9

Edited by Heinrich-Böll-Stiftung (Berlin)

in Schriften zu Wirtschaft und Soziales from Heinrich-Böll-Stiftung e.V., Berlin

Abstract: Im deutschen Gesundheitswesen kommen Bürgerinnen und Bürger im Prinzip nur als willige Beitragszahler und als gefügige Patienten vor. Die Ausgestaltung des Systems und der Versorgungsstrukturen obliegt dem Staat und der Selbstverwaltung von Kassen und Ärzteschaft. Die Verantwortung für die Bewahrung und die Wiederherstellung der Gesundheit wird vor allem den Ärztinnen und Ärzten und anderen Gesundheitsberufen zugeschrieben. Dagegen werden die System- und die Gesundheitsverantwortung von Versicherten und Patienten nur sehr unzureichend eingefordert - und können individuell auch kaum eingebracht werden. Die "Bürgerpotenziale" für Gesundheit gehen dem deutschen Versorgungssystem weitgehend ungenutzt verloren. Zugleich wächst die Unzufriedenheit der "Health Professionals". Sie fühlen sich vom Gesundheitswesen vielfach mehr behindert als unterstützt. Das Gesundheitssystem erscheint ihnen als anonymer bürokratischer Apparat, der vor allem daran interessiert ist, sich selbst und seine zahlreichen Privilegien zu erhalten. Damit bindet eine überbordende Kontrollbürokratie wertvolle Ressourcen und zieht die eigentlichen Gesundheitsversorger von den Bürgern, den Patienten und allen anderen Hilfebedürftigen ab. Darüber hinaus vergeudet das deutsche Gesundheitswesen große Potenziale durch eine Kultur des Misstrauens, der Überbürokratisierung, der Intransparenz und der vielfachen Bevormundung. Was fehlt, ist eine bürgerorientierte, transparente und qualitätsorientierte Steuerung der Gesundheitsversorgung, bei der Versicherte, Patient/innen, Ärzt/innen, Pflege-und andere Gesundheitsberufe ihre individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse einbringen können und eingelöst sehen. Wege zu einem solchen System wurden auf der Tagung "Bürgerorientierte Gesundheit in Deutschland" diskutiert. Den Teilnehmenden war es darum zu tun, Lösungsansätze konsequent von den Bürgerinnen und Bürgern her zu denken. Denn an ihren Bedürfnissen - ob als Versicherte, Patienten oder Gesundheitsdienstleistende - hat ein Gesundheitssystem sich zu orientieren.

Date: 2012
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