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Überprüfung des Zuschnitts von Arbeitsmarktregionen für die Neuabgrenzung des GRW-Fördergebiets ab 2021. Endbericht: Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Philipp Breidenbach (), Rüdiger Budde, Lea Eilers, Matthias Kaeding and Sandra Schaffner

in RWI Projektberichte from RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Abstract: [ 1. Arbeitsmarktregionen als funktionale Raumeinheit ] Arbeitsmarktregionen sind eine regionale Einheit, die in sich wirtschaftlich stark verflochtene aber nach außen hin weitgehend unabhängige Räume darstellen. Grundsätzlich sollen in den funktional gefassten Regionen Arbeits- und Wohnorte miteinander verbunden werden, die durch Pendlerverhalten in administrativen Abgrenzungen oftmals auseinandergezogen sind. So erstellte Arbeitsmarktregionen bilden die Grundlage der wirtschaftspolitischen Förderung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW). Die Arbeitsmarktregionen haben den Anspruch wirtschaftliche Wirklichkeiten hinsichtlich des Arbeitsmarktes zu erfassen und diese in ihrer Abgrenzung widerzuspiegeln. Nur so kann eine Indikatorik der wirtschaftlichen Verfasstheit Aufschluss über den tatsächlichen Förderbedarf einer Region geben. Kreise oder andere administrativ gefasste Abgrenzungen können gemeinhin keine Basis für eine verlässliche Indikatorik bilden, da enge Verflechtungen zwischen einzelnen Kreisen kein umfassendes Beurteilungsbild zulassen. Budde et al. (1995) verdeutlichen diese Problematik der Indikatoren auf Kreisebene anschaulich anhand der Arbeitsplatzversorgung, gemessen als Arbeitsplätze in Relation zu kreisansässigen Personen im erwerbsfähigen Alter. Der Kreis Schweinfurt wies die schlechteste Versorgung mit Arbeitsplätzen im Vergleich aller (damals westdeutschen) Kreise auf. Eine massive regionalpolitische Intervention wäre auf dieser Basis scheinbar gerechtfertigt gewesen. Die Beurteilung lässt aber außer Acht, dass inmitten des Landkreises Schweinfurt die kreisfreie Stadt Schweinfurt liegt, die ihrerseits die deutschlandweit beste Versorgung mit Arbeitsplätzen aufwies. Grundlage dieses Beispiels sind Zahlen aus 1987, dennoch lassen sich diese Verflechtungen auch auf Basis aktueller Zahlen weitestgehend noch beobachten und es gilt in ähnlicher Form auch für andere zentrale Städte und die darum liegenden Landkreise. Eine - separat betrachtet - schlechte Arbeitsplatzversorgung haben insbesondere kleine Kreise (bspw. Landkreis Südwestpfalz oder Landkreis Kusel). Große Kreise wie Harburg sind vor allem betroffen, wenn deren Arbeitsmarkt von umliegenden Großstädten (in diesem Fall Hamburg) dominiert wird. Eine adäquate Abbildung funktionaler Räume muss daher den Anspruch haben, solche wirtschaftlichen Verflechtungen darzustellen. Infolgedessen können dann auf Basis dieser zusammenhängenden Wirtschaftsräume belastbare Indikatoren zur Verfasstheit der Region aufgestellt werden. Mit dem Anspruch, funktionale Räume adäquat abzubilden, geht auch die Notwendigkeit einer stetigen Überprüfung und Modifikation der gefassten Abgrenzungen einher. Grundsätzlich können sich die tatsächlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten vor Ort über die Zeit ändern, sodass einmal gefasste räumliche Abgrenzungen die Realität nur noch bedingt widerspiegeln. Insbesondere im Umfeld prosperierender Großstädte liegt die Vermutung nahe, dass sich deren Einzug von Berufspendlern aus dem Umland angesichts steigender Immobilienpreise und ausgebauter Verkehrsinfrastrukturen ausbreitet. Darüber hinaus können Prämissen der Erstellung (bspw. die kreis- und weitestgehend bundeslandscharfe Abgrenzung von Arbeitsmärkten) in Frage gestellt und Auswirkungen einer Änderung simuliert werden. Schlussendlich können auch neue methodische Vorgehensweisen einen Einfluss auf die Abgrenzungen haben. Die Neuabgrenzung der Arbeitsmarktregionen ist Gegenstand der hier dargestellten Untersuchung zur Überprüfung des Zuschnitts der Arbeitsmarktregionen. Im vorgelegten Bericht werden im zweiten Kapitel zunächst noch einmal grundsätzlich bestehende Verfahren zur Abgrenzung von Arbeitsmarktregionen skizziert. Das dritte Kapitel beschreibt die vom RWI angewandte Methodik und präsentiert erste Deskriptionen. Das vierte Kapitel stellt die Ergebnisse der gewählten Szenarien dar und zeigt die gebildeten Regionen auf. Das fünfte Kapitel schließt mit einer Einschätzung der einzelnen Varianten.

Date: 2018
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