Inflation erreicht im Maerz 2024 mit 2,2 % fast die Marke fuer Preisstabilitaet
Sebastian Dullien and
Silke Tober ()
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Silke Tober: Macroeconomic Policy Institute (IMK)
No 166-2024, IMK Policy Brief from IMK at the Hans Boeckler Foundation, Macroeconomic Policy Institute
Abstract:
Mit 2,2 % hat die deutsche Inflationsrate im Maerz 2024 fast das Inflationsziel der Europaeischen Zentralbank (EZB) in Hoehe von 2 % erreicht. Das gilt auch fuer den harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), den die EZB besonders im Fokus hat und der mit 2,3 % nur geringfuegig hoeher lag. Diese HVPI-Rate geht mit einem Gewicht von 27,1 % in die Inflationsrate des Euroraums ein, die mit 2,4 % ebenfalls nur wenig hoeher war. Die Inflationsraten fuer unterschiedliche Haushaltstypen in verschiedenen Einkommensklassen bewegten sich im Maerz 2024 innerhalb einer Spanne von 1,3 % und 2,4 %. Dabei lag die Inflationsrate fuer Alleinlebende mit hohem Einkommen am oberen Ende, da bei diesen Haushalten die nunmehr ueberdurchschnittlich anziehenden Preise fuer Freizeit- und Kulturdienstleistungen, fuer Restaurants und Uebernachtungen und fuer Gesundheitsdienstleistungen besonders stark ins Gewicht fallen. Vor einem Jahr noch reichte die Spanne der haushaltsspezifischen Inflationsraten von 6,3 % bis 8,7 % und einkommensschwache Alleinlebende hatten die mit Abstand hoechste Inflationsrate, da sich damals sich die Basisgueter Nahrungsmittel und Haushaltsenergie, die einen hohen Anteil an den Konsumausgaben dieser Haushalte haben, besonders stark verteuerten. Trotz der zuegig sinkenden Inflation, der aufgehellten Inflationsaussichten und der trueben Wirtschaftslage hat es die EZB bei ihrer Sitzung im April 2024 versaeumt, die Zinswende einzuleiten. Damit hat sie die vielfach betonte Datenabhaengigkeit ihrer Entscheidungen zu einer inhaltslosen Floskel degradiert. Eine Zinssenkung ist ueberfaellig, da die stark restriktive Geldpolitik in dem aktuellen Umfeld die wirtschaftliche Aktivitaet zu stark zu drosselt und dadurch nicht zuletzt riskiert, dass die Inflation in der mittleren Frist zu gering ausfaellt. Seit der letzten Zinserhoehung im September 2023 hat die EZB als Reaktion auf den fuer sie ueberraschend zuegigen Rueckgang der Inflation ihre Inflationsprognose bereits zwei Mal nach unten revidiert und zugleich ihre Prognose fuer das geldpolitisch gedaempfte Wirtschaftswachstum herabgesetzt. Angesichts der deutlich geaenderten Datenlage waere eine Verringerung des geldpolitischen Restriktionsgrades auf Grundlage einer datenbasierten Analyse unbedingt erforderlich gewesen.
Pages: 14 pages
Date: 2024
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