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Inflation in Deutschland faellt im September 2024 auf 1,6 %, Energiepreise trotz Rueckgangs auf hohem Niveau - IMK Inflationsmonitor

Sebastian Dullien () and Silke Tober ()
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Sebastian Dullien: Macroeconomic Policy Institute (IMK)
Silke Tober: Macroeconomic Policy Institute (IMK)

No 178-2024, IMK Policy Brief from IMK at the Hans Boeckler Foundation, Macroeconomic Policy Institute

Abstract: Die deutsche Inflationsrate lag im September 2024 mit 1,6 % nochmals deutlich niedriger als im Vormonat (1,9 %). Ausschlaggebend war erneut ein kraeftigerer Rueckgang der Energiepreise (7,6 % nach -5,1 % im August 2024). Die Kernrate ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak erhoehte sich leicht von 2,6 % im August 2024 auf 2,7 %, zugleich schwaechte sich allerdings der Preisanstieg bei Dienstleistungen etwas auf 3,8 % ab. Der Anstieg des fuer die EZB wichtigen harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) lag in Deutschland mit 1,8 % erstmals seit Februar 2021 unter 2 %, nach 2,0 % im August 2024. Die HVPI-Kernrate verharrte dabei bei 3,0 %. Auch im Euroraum insgesamt lag die Inflationsrate mit 1,7 % unter dem Inflationsziel der EZB (2 %). Die VPI-Inflation hat sich mit etwa dem gleichen Tempo abgeschwaecht, mit dem sie seit 2021 unter dem Eindruck der aufeinanderfolgenden Preisschocks gestiegen war. Das gilt auch für die Kernrate, die durch die massive Teuerung einzelner Dienstleistungen wie Autoversicherungen (25,7 %), Mietwagen (7,9 %) und Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (7,7 %) hochgehalten wird und deren Niveau zudem infolge der Mehrwertsteuererhoehung auf Speisen im Gastgewerbe zu Jahresbeginn ueberzeichnet ist. Die Inflationsraten der neun hier betrachteten Haushaltstypen in verschiedenen Einkommensklassen lagen zwischen 0,9 % und 1,7 %. Haushalte mit Kindern profitierten besonders von dem Rueckgang der Kraftstoffpreise und einkommensschwache Haushalte von den ruecklaeufigen Preisen fuer Haushaltsenergie. Die Inflation duerfte zum Jahresende in Deutschland und im Euroraum zwar etwas ueber 2 % steigen, das Inflationsziel aber bereits im ersten Quartal 2025 nachhaltig erreichen. Zugleich ist die Konjunktur schwach und die Aussichten haben sich eingetruebt. Aktuell daempft die EZB die wirtschaftliche Aktivitaet gezielt und verhindert dadurch dringend erforderliche Investitionen. Je laenger die EZB ihren noch stark restriktiven Kurs beibehaelt, desto wahrscheinlicher ist es zudem, dass sie den Leitzins im kommenden Jahr unter das neutrale Niveau senken muss. Daher sollte die EZB auf ihrer Sitzung im Oktober nicht nur die Zinsen erneut senken, sondern auch signalisieren, dass sie die Zinsen zuegig aus dem restriktiven Bereich fuehren wird.

Keywords: Inflationsmonitor; Inflation; Haushalte; Teuerungsrate; haushaltsspezifische Inflationsraten; Energiepreise; Nahrungsmittelpreise; Verbraucherpreise; Geldpolitik; Europäische Zentralbank; haushaltsspezifische Inflationsraten (search for similar items in EconPapers)
Pages: 16 pages
Date: 2024
New Economics Papers: this item is included in nep-ger and nep-mac
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