Sind Moscheen in Deutschland NIMBY-Güter?
Justus Haucap and
Ulrich Heimeshoff ()
No 23, DICE Ordnungspolitische Perspektiven from Heinrich Heine University Düsseldorf, Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE)
Abstract:
Der Bau von Moscheen in deutschen Großstädten ist in Öffentlichkeit und in Medien in den letzten Jahren sehr kontrovers und teilweise heftig diskutiert werden. Bereits die Ankündigung einer geplanten Errichtung einer großen Moschee hat zu teilweise grotesk anmutenden Abwehrreaktionen geführt. Was genau auch immer die ablehnende Haltung mancher Bürger zum Moscheebau in ihrer Stadt oder in der Nachbarschaft im Einzelnen begründet, ist nicht Gegenstand dieses Beitrags. Vielmehr wird analysiert, ob Moscheen in Deutschland womöglich ein Beispiel für ein sogenanntes NIMBY-Gut sind, wobei NIMBY für Not In My Backyard steht. Mit NIMBY-Gütern werden in der ökonomischen Fachliteratur solche Güter bezeichnet, deren Existenz grundsätzlich von der Mehrheit der Bürger als sinnvoll angesehen wird, aber die man dennoch nicht gerne in seiner unmittelbaren Nachbarschaft haben möchte. Solche NIMBY-Güter stellen für Bürger und wirtschaftspolitische Entscheidungsträger ein schwierig zu handhabendes Problem dar. Unsere Analyse ist ein erster Schritt zur Quantifizierung der tatsächlichen Auswirkungen des Moscheebaus auf die Immobilienpreise in der umliegenden Nachbarschaft. Ein erstes vorsichtiges Fazit lautet, dass sich die Folgen für die betroffenen Nachbarn im Durchschnitt in Grenzen halten, auch wenn die Situation im Einzelfall anders gelagert sein kann. Mit Hilfe einer eher kleinen Stichprobe können zwar keine robusten wirtschaftspolitischen Empfehlungen abgeleitet werden - es ist aber festzuhalten, dass die Analyse keine Hinweise auf gravierende Einflüsse auf die Immobilienpreise in der Nachbarschaft liefert.
Date: 2012
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