Wer Reformen will, muss Kitas bauen: Warum Reformen von Ehegattensplitting und Co. durch Betreuungsinvestitionen flankiert werden sollten
Hanna Merki,
Florian Schuster and
Saskia Gottschalk
Papers from Dezernat Zukunft - Institute for Macrofinance, Berlin
Abstract:
Die Bundesregierung plant Reformen, um Erwerbsanreize zu stärken und Menschen zu mehr Arbeit zu bewegen. In Rede stehen etwa Änderungen beim Ehegattensplitting, bei der beitragsfreien Mitversicherung und den Transferentzugsraten im Sozialleistungssystem. Wir zeigen in diesem Papier, dass ein einseitiger Fokus auf Erwerbsanreize nicht ausreicht. Einer der häufigsten Gründe für geringe Erwerbstätigkeit ist der Mangel an Betreuungsangeboten. Reformen können ihre volle Wirkung nur entfalten, wenn sie durch den Ausbau von Kitas und Ganztag flankiert werden. Beim Ehegattensplitting und der Mitversicherung ist ca. ein Drittel des zu gewinnenden Erwerbspotenzials nur erreichbar, wenn zeitgleich Betreuungskapazitäten geschaffen werden. Die Haushalte von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungen könnten durch ein kombiniertes Programm aus Arbeitsmarktreformen und Betreuungsausbau pro Jahr spürbar um ca. 16 Milliarden Euro entlastet werden.
Keywords: Bundeshaushalt; Arbeitsmarkt; Bildung; Ehegattensplitting; Gleichstellung (search for similar items in EconPapers)
Date: 2026
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