Unternehmensdynamik in der Wissenswirtschaft in Deutschland 2013: Gründungen und Schließungen von Unternehmen – Gründungsdynamik in den Bundesländern – Internationaler Vergleich
Bettina Müller,
Johannes Bersch and
Sandra Gottschalk
No 4-2015, Studien zum deutschen Innovationssystem from Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) - Commission of Experts for Research and Innovation, Berlin
Abstract:
In diesem Beitrag wird die Entwicklung der Unternehmensgründungen und -schließungen in der Wissenswirtschaft in Deutschland für den Zeitraum 1995-2013 in tabellarischer Form dargestellt. In weiteren Abschnitt werden die Gründungsdynamik in den Bundesländern, die Struktur und die Dynamik der Unternehmensgründungen- und -schließungen sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Gründung eines Unternehmens im internationalen Vergleich analysiert. Die Analysen zu den Gründungen für Deutschland erstrecken sich über den Zeitraum 1995-2012, die Analysen für die Schließungen auf die Jahre 2003 bis 2012. Für den internationalen Vergleich stehen Daten für die Jahre 2004 bis 2012 zur Verfügung. Empirische Grundlage für die Analysen zu Deutschland ist das Mannheimer Unternehmenspanel des ZEW (MUP), die internationalen Vergleiche beruhen auf der strukturellen Unternehmensstatistik (Structural Business Statistics) von Eurostat. Im Jahr 2012 wurden in Deutschland in der Wissenswirtschaft knapp 21.000 Unternehmen gegründet. Die Wissenswirtschaft umfasst die forschungsintensiven Industriebranchen und die wissensintensiven Dienstleistungen auf Basis der WZ08. Die 21.000 Gründungen in diesem Bereich entsprechen einem Anteil von 14 % an allen Gründungen in diesem Jahr. Auf die wissensintensiven Dienstleistungen entfielen 13 % aller Gründungen. Nur 1 % der Unternehmen wurde in der forschungsintensiven Industrie gegründet. Die Gründungszahlen sind im Jahr 2013 um 6 % gegenüber dem Vorjahr gefallen und lagen um 40 Prozentpunkte unter dem Niveau des Jahres 1995. Ein Vergleich der Gründungsdynamik in den Bundesländern zeigt, dass Berlin die höchsten Gründungsraten sowohl in der Gesamtwirtschaft als auch in der Wissenswirtschaft hat. In allen Bundesländern sind die Gründungen in der Wissenswirtschaft zwischen der Periode 2003-2005 und der Periode 2010-2013 zurückgegangen. Der stärkste Rückgang ist für Niedersachsen zu beobachten. Im internationalen Vergleich zeichnet sich Deutschland durch eine insgesamt eher geringe Unternehmensdynamik aus. Sowohl die Zahl der Gründungen als auch die Zahl der Schließungen in Relation zum Unternehmensbestand liegen unter dem Niveau der meisten anderen europäischen Länder. Der Anteil der Gründungen in den wissensintensiven Dienstleistungen ist in Deutschland niedriger als in den meisten anderen Ländern, wofür die in den vergangenen zehn Jahren deutlich schwächere Zunahme der Neugründungszahlen in diesem Sektor verantwortlich gemacht werden kann. Demgegenüber ist das Niveau und die Dynamik der Gründungstätigkeit in der Hochtechnologie als günstiger einzustufen. Zum einen ist ihr Anteil an allen Gründungen vergleichsweise hoch, zum anderen hat der Anteil an allen Gründungen in Deutschland im letzten Jahr wieder zugenommen, während er in anderen Ländern tendenziell abgenommen hat. Was die rechtlichen Rahmenbedingungen betrifft liegt Deutschland im unteren Mittelfeld der betrachteten Vergleichsländer.
Date: 2015
References: View references in EconPapers View complete reference list from CitEc
Citations: View citations in EconPapers (4)
Downloads: (external link)
https://www.econstor.eu/bitstream/10419/156614/1/StuDIS_2015-04.pdf (application/pdf)
Related works:
This item may be available elsewhere in EconPapers: Search for items with the same title.
Export reference: BibTeX
RIS (EndNote, ProCite, RefMan)
HTML/Text
Persistent link: https://EconPapers.repec.org/RePEc:zbw:efisdi:42015
Access Statistics for this paper
More papers in Studien zum deutschen Innovationssystem from Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) - Commission of Experts for Research and Innovation, Berlin
Bibliographic data for series maintained by ZBW - Leibniz Information Centre for Economics ().