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Emotional kompetent unter Druck? Eine empirische Untersuchung und Implikationen für Mitarbeitende und Führungspersonen

Katrin Winkler and Claudia Müller-Kreiner

EconStor Preprints from ZBW - Leibniz Information Centre for Economics

Abstract: Emotionale Kompetenz ist insbesondere in belastenden Arbeits-, Konflikt- und Führungssituationen von Bedeutung. Die vorliegende Studie untersucht, wie Personen ihre emotionalen Kompetenzen selbst einschätzen und inwieweit sich Unterschiede zwischen wahrnehmungs-, verstehensorientierten und regulativen Kompetenzbereichen zeigen. Hierzu wurde ein mehrdimensionaler Selbstauskunftsfragebogen entwickelt, der die fünf Dimensionen Selbstwahrnehmung, Selbstregulierung, Selbstmotivation, Empathie und soziale Fähigkeiten anhand von 15 Subskalen erfasst. Die quantitative Querschnittserhebung umfasst bis zu 248 gültige Datensätze. Die fünf Hauptdimensionen weisen interne Konsistenzen zwischen α = .794 und α = .826 auf; für den Gesamtfragebogen ergibt sich α = .920. Die Ergebnisse zeigen ein insgesamt positives, zugleich jedoch differenziertes emotionales Selbstbild. Selbstwahrnehmung und Empathie werden am höchsten eingeschätzt, während Selbstregulierung den niedrigsten Mittelwert erreicht. Besonders deutlich zeigt sich dies beim Umgang mit Stress und Frustration. Damit deutet sich eine zentrale Differenz zwischen dem Erkennen und Verstehen emotionaler Prozesse und ihrer erfolgreichen Regulation unter Belastung an. Auf Ebene einzelner Subskalen zeigen sich zudem heterogene Reliabilitäten und teilweise Deckeneffekte, sodass das entwickelte Instrument derzeit primär als entwicklungsorientiertes Reflexionsinstrument und nicht als abschließendes Diagnoseinstrument einzuordnen ist. Für Führung und Personalentwicklung legen die Befunde nahe, emotionale Kompetenz nicht auf einen allgemeinen EQ-Wert zu reduzieren. Vielmehr sollten Selbsteinschätzungen mit konkreten beruflichen Situationen, Fremdfeedback und praktischer Erprobung verbunden werden. Insbesondere die Entwicklung von Regulationsstrategien erscheint relevant, um emotionales Bewusstsein auch unter Belastung in konstruktives Handeln zu überführen.

Keywords: emotional competence; emotional intelligence; self-regulation; empathy; business coaching (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: D91 J24 M12 M53 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2026
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Page updated 2026-08-13
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