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Thüringenweite Befragung zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen

Stephanie C. Bühren, Maria Müller, Nick Neuber, Riccarda Schmidt, Julia Fröhlich, Theresia Senff, Steffen Neumann, Julia Malinka and Heike Kraußlach

No 01/2015, Wirtschaftswissenschaftliche Schriften from Ernst-Abbe-Hochschule Jena – University of Applied Sciences, Department of Business Administration

Abstract: Die Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) wirkt sich nachhaltig positiv auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten aus. In Zeiten des demografischen Wandels kann BGM somit ein geeignetes Mittel zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität und Wettbewerbsfähigkeit sein sowie bei der Fachkräftegewinnung und Mitarbeiterbindung unterstützen. Forschungsgegenstand für die vorliegende Arbeit war, den Ist-Stand von BGM in Thüringer Unternehmen aufzuzeigen. In der folgenden Veröffentlichung werden die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser thüringenweiten Befragung präsentiert. Von 985 befragten Unternehmen haben 240 die Fragen zum BGM beantwortet, was einer Rücklaufquote von 24,4 % entspricht. Darunter waren 37,9 % mittelständische Unternehmen, 29,6 % Kleinunternehmen, 22,1 % Großunternehmen sowie 10,4 % öffentlichen Einrichtungen. 16,9 % der Befragten, vermehrt Großunternehmen und öffentliche Einrichtungen, haben bereits ein ganzheitliches BGM etabliert. 83,1 %, überwiegend kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), haben bisher kein ganzheitliches BGM eingeführt und konzentrieren sich auf gesundheitsförderliche Einzelmaßnahmen, wie z. B. Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsplatzes und flexible Arbeitszeitmodelle. Die soziale Verantwortung der Geschäftsführung gegen-über ihren Mitarbeitern, die alternde Belegschaft sowie hohe krankheitsbedingte Fehlzeiten sind Hauptgründe für die Einführung von BGM. Oberste Ziele der Unternehmen sind die Förderung der Gesundheit ihrer Beschäftigten sowie die Reduzierung krankheitsbedingter Fehlzeiten. Die Umsetzung eines BGMs ist allerdings auch mit Hindernissen, wie z. B. mit mangelnden zeitlichen und personellen Ressourcen, mangelnden Informationen bezüglich des betriebswirtschaftlichen Nutzens sowie dem Vorrang des Tagesgeschäftes, verbunden. Zur erfolgreichen Etablierung sind daher die Führungskräfte, die Mitarbeiterpartizipation, die Festlegung bedarfsorientierter Maßnahmen und die Bestimmung von Verantwortlichkeiten wesentlich. Die Tatsache, dass bundesweit bereits 36 % der Unternehmen BGM eingeführt haben, zeigt den Nachholbedarf und die notwendige Aufklärung und Sensibilisierung für das Thema BGM in der Thüringer KMU-Landschaft. Hilfestellungen könnten positive Beispiele aus der Region und vermehrte Netzwerkarbeit sein.

Keywords: Betriebliches Gesundheitsmanagement; gesundheitsförderliche Maßnahmen; demografischer Wandel; Arbeitgeberattraktivität; Mitarbeiterbindung; KMU; Thüringen (search for similar items in EconPapers)
Date: 2015
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