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Konjunkturprognose Deutschland: Herbst 2026

Michael Berlemann and Jörg Hinze

No 3/2026, HWWI Forecasts from Hamburg Institute of International Economics (HWWI)

Abstract: Die deutsche Wirtschaft hat sich nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts in der ersten Hälfte dieses Jahr besser entwickelt als geopolitische Belastungen und die negative Stimmung hierzulande hätten erwarten lassen; das preis- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich in diesem Zeitraum um 0,75 %, auf Jahresbasis um 1,5 %. Gleichzeitig wurden wichtige Reformvorhaben - wie die Gesundheitsreform (in Kraft), eine Rentenreform und eine Steuerreform (beide als Entwurf) - auf den Weg gebracht. Überdies haben sich mehrere Konjunktur- und Klimaindikatoren verbessert; der hier zum Ausdruck kommende Stimmungsumschwung zum Positiven spiegelt sich allerdings nicht immer in der öffentlichen Meinung wider. Abgesehen davon verdeutlicht die weiterhin schwache private Investitionstätigkeit den nach wie vor bestehenden Bedarf an Strukturreformen. Aktuell halten der Irankonflikt und die Störung der Straße von Hormus weiter an. Und in Deutschland stehen mehrere Landtagswahlen an - mit gegebenenfalls problematischen Auswirkungen auch auf die Regierungskoalition, den Reformprozess und die Stimmung in der Wirtschaft. Hier wird davon ausgegangen, dass die aktuelle Bundesregierung ihre Arbeit fortsetzt, wenn auch unter eventuell erschwerten Bedingungen. Auch wenn der Ölpreis momentan stark schwankt, ein weiterer drastischer, dauerhafter Anstieg der Energiepreise scheint aber wenig wahrscheinlich. Unter diesen Bedingungen sollte sich die deutsche Wirtschaft zunächst leicht, im kommenden Jahr stärker aufwärts entwickeln. Das reale Bruttoinlandsprodukt würde dann im Jahresdurchschnitt 2026 um 1 1/4 % und 2027 - bei Deeskalation des Irankonflikts und Umsetzung der Reformpolitik - ebenfalls um 1 1/4 % wachsen. Die Inflationsrate für die Verbraucherpreise bewegte sich in letzter Zeit knapp unterhalb von 3 %. Das lag vor allem an deutlich erhöhten Energiepreisen (10,5 %); ohne diese betrug die Teuerungsrate 2,2 %. Vom bisherigen Energiepreisschock werden noch einige Kostenanstöße ausgehen, bei künftig eher rückläufigen Ölpreisen sollte die Inflationsrate aber bald ihren Höhepunkt überschreiten. Im Jahresdurchschnitt 2026 würde sie dann etwas mehr als 2 1/2 % betragen. 2027 könnte sie sich wieder auf 2 % hin bewegen. Zweifelsohne birgt diese Prognose erhebliche Risiken - sowohl im geopolitischen wie auch im innenpolitischen Umfeld - in sich, doch liegen diese im spekulativen Bereich.

Date: 2026
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Page updated 2026-09-12
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