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Weltkonjunktur und deutsche Konjunktur im Winter 2013

Jens Boysen-Hogrefe (), Klaus-Jürgen Gern, Martin Plödt (), Björn van Roye, Joachim Scheide, Tim Schwarzmüller, Dominik Groll () and Stefan Kooths

No 530/531, Kiel Discussion Papers from Kiel Institute for the World Economy (IfW)

Abstract: [Weltkonjunktur belebt sich spürbar] Die Aussichten für die Weltwirtschaft haben sich zum Jahreswechsel 2013/2014 aufgehellt. Faktoren, die die Weltkonjunktur in den vergangenen beiden Jahren spürbar belasteten, haben an Bedeutung verloren. In den Vereinigten Staaten ist die Konsolidierung im privaten Sektor weit vorangekommen, im Euroraum beginnen die ergriffenen strukturellen Anpassungsmaßnahmen Früchte zu tragen, und in wichtigen Schwellenländern hat die Konjunktur zuletzt an Fahrt gewonnen. Die Zunahme der Weltproduktion dürfte im Jahr 2014 mit voraussichtlich 3,7 Prozent merklich höher ausfallen als 2013 (2,9 Prozent). Für 2015 erwarten wir mit 4 Prozent eine nochmals stärkere Zunahme der globalen Produktion. - [Deutschland: Konjunktur kommt allmählich in Schwung] Die Zeichen für die Konjunktur in Deutschland stehen auf Expansion. Ein anziehender Investitionszyklus wird die ökonomische Aktivität in den nächsten zwei Jahren spürbar beleben. Über den dringlicher werdenden Ersatzbedarf hinaus werden angesichts steigender Kapazitätsauslastung zunehmend auch Erweiterungsinvestitionen erfolgen. Dies wird befeuert durch ein für Investoren extrem günstiges Finanzierungsumfeld, das auch dem Wohnungsbau weiterhin starke Impulse verleihen wird. Im Zuge konjunkturell steigender Einkommen und einer robusten Arbeitsmarktentwicklung werden auch die privaten Konsumausgaben spürbar zulegen. Vom Außenhandel dürften demgegenüber rein rechnerisch keine nennenswerten Produktionseffekte ausgehen. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt im ablaufenden Jahr nur schwach gestiegen ist, dürfte es im Prognosezeitraum mit Zuwachsraten von 1,7 Prozent (2014) und 2,5 Prozent (2015) deutlich stärker expandieren. Gegen Ende 2014 wird die deutsche Wirtschaft voraussichtlich die Schwelle zur Hochkonjunktur überschreiten. In der Folge dürfte die Inflationsrate auf 1,7 Prozent im kommenden Jahr und 2,5 Prozent im nächsten Jahr steigen. Die öffentlichen Haushalte werden im Prognosezeitraum wohl mit steigenden Überschüssen abschließen. Angesichts der bevorstehenden demografischen Herausforderungen, einer außergewöhnlich niedrigen Zinsbelastung und weiterhin schwebender Haftungsrisiken im Zuge der Krise im Euroraum lassen die finanzpolitischen Konsolidierungsambitionen jedoch zu wünschen übrig. Auch tragen die bislang absehbaren Initiativen der neuen Bundesregierung nicht zur Stärkung, sondern eher zur Schwächung der Wachstumskräfte bei.

Date: 2013
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