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Konjunktur im Euroraum im Herbst 2016 - Euroraum: Erholung weiterhin mit wenig Schwung

Jens Boysen-Hogrefe (), Salomon Fiedler, Klaus-Jürgen Gern, Dominik Groll (), Stefan Kooths and Ulrich Stolzenburg

No 22, Kieler Konjunkturberichte from Kiel Institute for the World Economy (IfW)

Abstract: Die Konjunkturtendenz im Euroraum ist insgesamt verhalten aufwärts gerichtet und dürfte in den kommenden beiden Jahren beibehalten werden. Wir erwarten für das laufende Jahr eine moderate Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 1,6 Prozent; in den Jahren 2017 und 2018 dürfte das Expansionstempo mit 1,7 Prozent und 1,8 Prozent nur geringfügig höher ausfallen. Indikatoren zur Unternehmenszuversicht haben sich am aktuellen Rand allerdings leicht eingetrübt, was als verspätete Reaktion auf das Brexit-Votum gewertet werden kann. Wir rechnen damit, dass der bevorstehende EU-Austritt des Vereinigten Königreichs die Wirtschaft des Euroraums nur geringfügig - vor allem über direkte Handelseffekte - belastet, die sich aus einer konjunkturellen Abkühlung der britischen Wirtschaft ergeben. Diese Effekte werden sich auf das zweite Halbjahr des laufenden Jahres konzentrieren und aufgrund von Überhangeffekten vor allem die Expansionsrate des Jahres 2017 um rund einen Viertelprozentpunkt belasten. Gleichwohl sind die Auftriebskräfte im Euroraum intakt - die Arbeitsmarktlage verbesserte sich weiter, viele Frühindikatoren sind weiterhin leicht aufwärts gerichtet und die Konjunktur wird durch anhaltend niedrige Zinsen und von dem nach wie vor relativ geringen Außenwert des Euro unterstützt. Zudem dürfte die Finanzpolitik über den Prognosezeitraum hinweg leicht expansiv ausgerichtet sein. Sofern sich strukturelle Probleme in einigen Mitgliedsstaaten mit größerem zeitlichen Abstand zur Euro-Schuldenkrise nach und nach auflösen - beispielsweise die Probleme im italienischen Bankensektor - und die damit verbundene Unsicherheit stärker in den Hintergrund rückt, dürfte die Konjunktur im Euroraum noch etwas mehr Schwung entwickeln.

Keywords: Euroraum; Europäische Währungsunion; Frühindikatoren; Irland; multinational firms; Fiskalpolitik; Fiskalpolitische Ausrichtung (search for similar items in EconPapers)
Date: 2016
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