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Deutsche Konjunktur im Frühjahr 2017 - Aufschwung gewinnt an Breite

Jens Boysen-Hogrefe (), Salomon Fiedler, Dominik Groll (), Nils Jannsen, Stefan Kooths, Martin Plödt and Galina Potjagailo

No 29, Kieler Konjunkturberichte from Kiel Institute for the World Economy (IfW)

Abstract: Der Aufschwung in Deutschland setzt sich fort. Wir gehen wie in unserer Winterprognose davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um 1,7 Prozent und im Jahr 2018 um 2 Prozent zulegen wird. Die etwas niedrigere Zuwachsrate im laufenden Jahr geht ausschließlich auf die geringere Zahl an Werktagen zurück. Insgesamt gewinnt der Aufschwung zunehmend an Breite. Zwar dürfte der private Konsum in deutlich verlangsamten Tempo expandieren, da die Kaufkraft der verfügbaren Einkommen durch den ölpreisbedingten Anstieg der Inflation auf knapp 2 Prozent spürbar geschmälert wird. Auch wird der öffentliche Konsum nicht mehr ganz so rasch ausgeweitet werden, da es hier voraussichtlich zu keinen zusätzlichen Ausgaben im Zuge der Flüchtlingsmigration kommen wird. Dafür nimmt der Investitionsaufschwung jedoch wieder Fahrt auf. So dürften die Ausrüstungsinvestitionen nach und nach an Schwung gewinnen, nachdem sie in den vergangenen Quartalen aufgrund des unsicheren internationalen Umfelds zur Schwäche tendierten. Die Bauinvestitionen werden, abgesehen von witterungsbedingten Schwankungen, im gesamten Prognosezeitraum nicht zuletzt aufgrund der günstigen Finanzierungsbedingungen lebhaft expandieren. Zudem dürften die Exporte mit der allmählichen Belebung der Weltkonjunktur wieder zunehmend den Aufschwung stützen. Alles in allem wird sich die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung im Prognosezeitraum merklich erhöhen, und die Produktionskapazitäten dürften im Jahr 2018 deutlich überausgelastet sein. Dies spiegelt sich auch bei den öffentlichen Haushalten wider, die voraussichtlich weiter Überschüsse in Höhe von rund 20 Mrd. Euro fahren werden. Diese Überschüsse sind jedoch vor allem der guten Konjunktur geschuldet. Der strukturelle Budgetsaldo, der die Haushaltszahlen um die konjunkturellen Effekte bereinigt, wird dagegen wohl wieder in den negativen Bereich rutschen. Die Beschäftigung bleibt weiter deutlich aufwärts gerichtet. Die Abschwächung, die sich seit Mitte des vergangenen Jahres zunächst abgezeichnet hatte, ist nach der jüngsten Revision der Daten nicht mehr sichtbar.

Keywords: Konjunkturprognose; Stabilisierungspolitik; Frühindikatoren; Ausblick (search for similar items in EconPapers)
Date: 2017
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