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Konjunktur im Euroraum im Herbst 2018 - Konjunktur im Euroraum: Runter von der Überholspur

Jens Boysen-Hogrefe (), Salomon Fiedler, Dominik Groll (), Stefan Kooths and Ulrich Stolzenburg

No 46, Kieler Konjunkturberichte from Kiel Institute for the World Economy (IfW)

Abstract: Die Wirtschaft im Euroraum hat seit Jahresbeginn an Schwung verloren. Die Verlangsamung ist auf länderspezifische temporäre Faktoren und auf eine Schwächephase des Welthandels im ersten Halbjahr zurückzuführen. Die Rahmenbedingungen für eine Fortsetzung des Aufschwungs sind aber weiterhin günstig: So wird die Konjunktur auch zukünftig durch niedrige Zinsen und eine leicht expansive Finanzpolitik unterstützt, und viele Frühindikatoren sprechen für eine fortgesetzte Ausweitung der Produktion, wenn auch in moderaterem Tempo als im Vorjahr. Im laufenden Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 2,1 Prozent expandieren, in den kommenden beiden Jahren wird sich die Expansionsrate wohl leicht auf 1,9 Prozent (2019) und 1,7 Prozent (2020) verringern. Die Produktionskapazitäten im Euroraum sind laut aktueller Potenzialschätzungen bereits leicht über normal ausgelastet, und die Produktionslücke wird sich im Prognosezeitraum allmählich weiter öffnen. Die Arbeitslosenquote ist rückläufig und dürfte im Jahr 2020 den Tiefststand von vor der globalen Finanzkrise unterschreiten, was in vielen Ländern zu Anspannungen am Arbeitsmarkt führen dürfte. Die Lohndynamik im Euroraum zeigte zuletzt bereits einen klaren Aufwärtstrend, und die Verbraucherpreisinflation dürfte in den Jahren 2018 bis 2020 bei jeweils 1,7 Prozent liegen. Hierbei wird der Einfluss der zuletzt gestiegenen Energiepreise im Verlauf des Prognosezeitraums annahmegemäß auslaufen, während der zugrunde liegende Preisauftrieb im Gegenzug sukzessive zulegen wird. Bedeutende Abwärtsrisiken für diese Prognose bestehen in einer weiteren Zuspitzung der internationalen Handelskonflikte, einem Einbruch der Konjunkturdynamik in wichtigen Handelspartnerländern, einem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union ohne Einigung auf ein kooperatives Handelsregime, sowie einer gegenüber den europäischen Partnern unkooperative Regierung in Italien, insbesondere wenn der Druck der Finanzmärkte weiter zunimmt und Zweifel am Zusammenhalt der Währungsunion zurückkehren sollten.

Keywords: Euroraum; Europäische Währungsunion; Frühindikatoren; Fiskalpolitik; Produktionslückenschätzung; Griechenland; Italien (search for similar items in EconPapers)
Date: 2018
New Economics Papers: this item is included in nep-ger
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