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Deutsche Konjunktur im Frühjahr 2019 - Deutsche Konjunktur kühlt ab

Martin Ademmer, Jens Boysen-Hogrefe (), Salomon Fiedler, Dominik Groll (), Nils Jannsen, Stefan Kooths and Galina Potjagailo

No 53, Kieler Konjunkturberichte from Kiel Institute for the World Economy (IfW)

Abstract: Die deutsche Konjunktur hat einen Gang zurückgeschaltet. Nachdem die konjunkturelle Dynamik in Deutschland bis zur Mitte des vergangenen Jahres noch äußerst hoch war, geriet die Produktion spürbar ins Stocken. Wesentlich dazu beigetragen haben zwar temporäre belastende Faktoren wie die Probleme der Automobilhersteller mit dem neuen WLTPStandard sowie die niedrigen Pegelstände des Rheins. Allerdings hat sich die konjunkturelle Dynamik auch abgesehen davon verlangsamt. Zu den schlechteren Geschäftsaussichten beigetragen hat nicht zuletzt das außenwirtschaftliche Umfeld, das von einer ausgesprochen hohen politischen Unsicherheit geprägt ist. Dies belastet die Ausfuhren, und auch die Investitionsfreude der Unternehmen hat sich trotz der weiterhin recht hohen Kapazitätsauslastung zuletzt eingetrübt. Zudem behindern Kapazitätsengpässe offenbar die Produktion. So liegt der Anteil der Unternehmen, die über Produktionsbehinderungen aufgrund von Fachkräftemangel und Knappheiten bei Material und Ausrüstungen klagen, seit einiger Zeit auf ungewöhnlich hohem Niveau. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Prognose für die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts für das laufende Jahr deutlich um 0,8 Prozentpunkte auf 1 Prozent reduziert. Mit dem Auslaufen der temporären Belastungsfaktoren zum Jahreswechsel dürfte sich die Konjunktur wieder fangen. Zudem werden die privaten Konsumausgaben angesichts der kräftig steigenden verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte wieder rascher ausgeweitet werden. So planen die Unternehmen, die Beschäftigung weiter zu erhöhen, und die Effektivverdienste dürften angesichts der Knappheiten am Arbeitsmarkt mit überdurchschnittlichen Raten zulegen. Hinzu kommen spürbare Abgabensenkungen und Leistungsausweitungen der öffentlichen Hand. Für das Jahr 2020 rechnen wir mit einer Zuwachsrate von 1,8 Prozent. Diese Beschleunigung ist aber vor allem der deutlich höheren Zahl an Arbeitstagen geschuldet; im Verlauf dürfte sich die Konjunktur weiter verlangsamen. Vor diesem Hintergrund werden sich die Überschüsse der öffentlichen Haushalte deutlich verringern und im Jahr 2020 ein strukturell ausgeglichener Budgetsaldo erreicht sein.

Keywords: Konjunkturprognose; Stabilisierungspolitik; Frühindikatoren; Ausblick (search for similar items in EconPapers)
Date: 2019
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