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Deutsche Wirtschaft im Sommer 2021 - Mehr Druck auf den Preisventilen

German Economy Summer 2021 - Pronounced price pressures

Martin Ademmer, Joscha Beckmann (), Jens Boysen-Hogrefe (), Salomon Fiedler, Dominik Groll, Nils Jannsen, Stefan Kooths and Saskia Meuchelböck

No 80, Kieler Konjunkturberichte from Kiel Institute for the World Economy (IfW Kiel)

Abstract: Die Konjunktur in Deutschland nimmt wieder Fahrt auf. Nachdem das Wiederaufflammen der Corona-Pandemie die wirtschaftliche Erholung im Winterhalbjahr ins Stocken gebracht hatte, wird die gesamtwirtschaftliche Produktion im weiteren Verlauf des Jahres in hohem Tempo ausgeweitet werden und ihr Vorkrisenniveau wieder überschreiten. Mit dem Wegfall der pandemiebedingten Restriktionen wird die Aktivität vor allem in jenen Bereichen rasch wieder zunehmen, die zuvor besonders belastet wurden. So dürften vor allem der Handel und kontaktintensive Dienstleistungen von dem Rückprall bei den Konsumausgaben der privaten Haushalte profitieren. Vorerst verzögern wird sich die Erholung jedoch beim Verarbeitenden Gewerbe. Die weltweit kräftige Erholung hat vielschichtige Lieferengpässe mit sich gebracht, die die Produktion vieler Unternehmen spürbar behindern. Trotz der sehr guten Auftragslage wird die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe deshalb wohl erst in der zweiten Jahreshälfte wieder nach und nach auf ihren Erholungskurs einschwenken, sofern die Lieferengpässe dann allmählich nachlassen. Mit den Lieferengpässen hat auch der Preisdruck zugenommen, zumal die konjunkturelle Dynamik weltweit hoch ist. So waren die Preise für Rohstoffe, Vorleistungsgüter und Transportleistungen zuletzt auf breiter Front aufwärtsgerichtet. Alles in allem dürfte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 3,9 Prozent zulegen und im Jahr 2022 um 4,8 Prozent. Die Verbraucherpreise werden in diesem Jahr, zumal auch noch die Mehrwertsteuererhöhung und das Klimapaket preistreibend wirken, deutlich beschleunigt um voraussichtlich 2,6 Prozent steigen. Im kommenden Jahr wird die Inflation wohl bei rund 2 Prozent liegen.

Keywords: Corona-Krise; COVID19; Konjunktur Deutschland; Fiskalpolitik & Haushalt; Arbeitsmarkt (search for similar items in EconPapers)
Date: 2021
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