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Steigende Zusatzbeiträge in der Gesetzlichen Krankenversicherung: Eintagsfliege oder Dauerbrenner?

Jens Boysen-Hogrefe ()

No 98, Kiel Policy Brief from Kiel Institute for the World Economy (IfW)

Abstract: [Einleitung ...] Die vorliegende Analyse beleuchtet die Entwicklung der Finanzlage der GKV seit Einführung des Gesundheitsfonds im Jahr 2009 und diskutiert mögliche Ursachen dafür. Dabei ist die demografische Entwicklung für sich genommen zwar einer der Treiber, aber bei weitem nicht alleine verantwortlich. Jüngst führten vor allem Effekte, die über Effekte der Alterung der Gesellschaft hinausgehen, zu stark steigenden Ausgaben im Gesundheitssektor. Die Ursachen der zusätzlichen Mengeneffekte können auf eine erhöhte Nachfrage infolge des medizinisch-technischen Fortschritts, veränderte Krankheitsbilder oder auf Präferenzänderungen zurückgehen. Eine Analyse dieser Ursachen ist an dieser Stelle allerdings nicht möglich, was letztlich Prognosen über die Dauerhaftigkeit der Dynamik erschwert. Sollte die Ausgabendynamik, die am aktuellen Rand zu verzeichnen ist, anhalten, dürfte sich die Finanzlage der GKV weiter merklich verschlechtern. Schließlich hat sich die jüngste Verschlechterung vor dem Hintergrund einer ausgesprochen guten Einnahmenentwicklung ergeben. Hinzu kommt, dass das Ende des demografischen Zwischenhochs, das die Einnahmeseite jüngst begünstigt hat, absehbar ist. Zwar verfügen sowohl der Gesundheitsfonds als auch einzelne Kassen über merkliche Reserven, doch ist bei unveränderter Politik wahrscheinlich, dass die Zusatzbeiträge in der GKV weiter steigen werden. Dies ist besonders brisant, weil mit dem Eintritt der Babyboomer in das Rentenalter zusätzlich mit erheblich höheren Beiträgen in der Rentenversicherung zu rechnen ist und die Belastung der Arbeitnehmer somit in der mittleren Frist stark steigen dürfte (Bundesregierung 2015). Zudem wird bereits im Jahr 2017 der Beitragssatz der Sozialen Pflegeversicherung merklich angehoben.

New Economics Papers: this item is included in nep-ger
Date: 2015
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