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Auswirkungen möglicher Zölle der USA auf den Import von Holzprodukten

Holger Weimar, Christian Morland and Franziska Schier

No 285, Thünen Working Papers from Johann Heinrich von Thünen Institute, Federal Research Institute for Rural Areas, Forestry and Fisheries

Abstract: Ziel dieser Studie ist die Untersuchung potenzieller Auswirkungen von US-Importzöllen auf Produktion, Handel und Verwendung von Holz und Produkten auf Basis Holz, wobei besonderes Augenmerk auf den Handelsbeziehungen zwischen den USA und ihren Haupthandelspartnern, einschließlich Deutschland und der EU-27, liegt. Ausgangspunkt ist die andauernde politische Diskussion in den USA, Strafzölle auf importierte Holzwaren zu erheben. Für diese Studie wird eine dreistufige Analyse präsentiert: (1) eine retrospektive Untersuchung des bilateralen Außenhandels von Deutschland und den USA über die letzten zehn Jahre; (2) eine ökonometrische Schätzung des Einflusses von Preisänderungen auf die US-Importnachfrage als Voraussetzung für (3) die Simulation verschiedener Zollszenarien mit dem globalen, partiellen Gleichgewichtsmodell TiMBA (Timber market Model for policy-Based Analysis). Zunächst erfolgt eine Ex-post-Analyse von Handelsdaten für den Zeitraum 2015 bis 2024. Für die meisten Produkte verzeichnen die USA einen negativen Handelssaldo, besonders stark bei Holzfertigwaren. Beim Nadelschnittholz ist die Importabhängigkeit von Kanada hoch, während die Länder der EU-27 weniger bedeutende Lieferanten für den US-Markt sind. Gleichwohl erzielen die Länder der EU-27 in den USA Handelsüberschüsse bei Exporten von Holzfertigwaren, Papier und Pappe sowie Nadelschnittholz. Auch US-Exporte von Zellstoff, Altpapier, Roh- und Restholz und Laubschnittholz in die EU-27 sind relevant, wenn auch mit geringerem Volumen. Wichtigste exportierte Holzprodukte Deutschlands in die USA sind Nadelschnittholz, Faserplatten und Laubschnittholz. Der Anteil der deutschen Nadelschnittholzexporte in die USA ist von etwa 1 % im Jahr 2015 auf etwa 25 % im Jahr 2024 der deutschen Exporte gestiegen und macht damit 50 % der EU-27-Exporte aus. Gleichwohl sind die EU-Länder insgesamt die wichtigsten Handelspartner Deutschlands für Holzprodukte. Die TiMBA Modellergebnisse zeigen, dass bereits ein US-Zoll von 25 % die US-Importe aus Kanada um bis zu 17 % reduzieren kann, während die US-Einfuhren aus Deutschland bei einem identischen Zollsatz das gesamte US-Importvolumen lediglich um einen marginalen Effekt von rund 1 % reduzieren. Die Modellierungsergebnisse zeigen zudem weitere Effekte auf: In den meisten Szenarien steigen die US-Holzpreise um 1,6 % - 6,0 %, während die heimische Rohholzproduktion in den USA leicht zunimmt. Im EU-Retorsionszollszenario hingegen fallen die US-Preise um etwa 1,1 % und die Produktion geht leicht zurück. Für Deutschland führen die US-Zölle zu einer leichten Preis- und Angebotsverlagerung im Schnittholzsektor (Preisänderungen von -0,4 % bis +0,1 %). Insgesamt verdeutlicht die Analyse, dass US-Zölle besonders stark auf kanadische und chinesische Lieferungen wirken, während der Einfluss auf deutsche und europäische Exporte insgesamt vergleichsweise gering bleibt, jedoch in spezifischen Produktgruppen (z. B. Laubschnittholz, Faserplatten) nicht vernachlässigbar ist. Eine sorgfältige Analyse von handelspolitischen Maßnahmen ist daher hilfreich, um mögliche weitreichende Folgen für den US- und europäischen Holzmarkt abschätzen zu können.

Keywords: Holzprodukte; US-Zölle; Außenhandel; Holzmarktmodellierung; Politikfolgenabschätzung; Wood products; US tariffs; international trade; forest sector modelling; policy impact assessment (search for similar items in EconPapers)
Date: 2026
New Economics Papers: this item is included in nep-ger
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DOI: 10.3220/253-2026-42

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