Neue Suchwelten: Ein praxisorientierter Leitfaden für Sichtbarkeit in Suchmaschinen und generativen Suchsystemen
Anna-Lena Ströbel
No 88, Working Papers for Marketing & Management from Offenburg University, Department of Media and Information
Abstract:
Der bevorstehende Paradigmenwechsel im digitalen Marketing wird in einem im Search Engine Journal veröffentlichten Blogbeitrag deutlich, in dem 20 internationale SEO-Experten ihre Prognosen für das Jahr 2026 darlegen. Die klassische Suchmaschinenoptimierung, die primär auf Rankings in traditionellen Suchergebnissen ausgerichtet war, verliert zunehmend ihre alleinige Relevanz. Stattdessen rückt eine neue Form der Sichtbarkeit in den Mittelpunkt: Präsenz in KI-gestützten Antwortsystemen, Large Language Models (LLMs) und generativen Suchinterfaces (Walsh, 2025). Die Experten prognostizieren, dass sich die digitale Informations-suche fundamental verändern wird. Nutzer erhalten Antworten immer häufiger direkt aus KI-Systemen, ohne eine Vielzahl einzelner Webseiten aufzurufen. Damit verschiebt sich der Wettbewerb um Aufmerksamkeit, da nicht mehr allein die Position in der Ergebnisliste ausschlaggebend ist, sondern vielmehr die Wahrscheinlichkeit, von KI-Modellen erkannt, verarbeitet und als vertrauenswürdige Quelle in generierten Antworten berücksichtigt zu werden (Walsh, 2025). Empirische Daten von Semrush stützen diese Annahme (Handley, 2025). Demnach ist zu erwarten, dass KI-basierte Suchzugriffe bis Anfang 2028 mehr Website-Traffic generieren könnten als traditionelle organische Suchkanäle. Das bedeutet, dass ein wachsender Anteil des Website-Traffics nicht mehr über klassische Suchmaschinen-Referrals, sondern über KI-gestützte Systeme wie ChatGPT, Google AI Mode, Google AI Overview oder ähnliche Oberflächen erzeugt wird, wobei Besucher aus KI-basierten Suchkanälen tendenziell eine höhere Conversion-Wahrscheinlichkeit aufweisen. Diese Verschiebung markiert nicht nur einen strukturellen Wandel im Nutzerverhalten, sondern auch im Wert- und Wettbewerbskontext digitaler Sichtbarkeit (Handley, 2025). Sichtbarkeit wird damit zur zentralen Währung im digitalen Raum (Walsh, 2025). Es ist nun entscheidend, auf den richtigen Plattformen, an den richtigen Orten und in den relevanten Kontexten präsent und erwähnt zu sein, statt gute Rankings in den Suchmaschinen zu sichern. Unternehmen und Marken ohne eigene Inhalte, relevante Erwähnungen oder Präsenz auf zentralen Kanälen riskieren den Verlust von Relevanz und Wettbewerbsfähigkeit (Indig, 2025).
Keywords: Suchmaschinenoptimierung; Suchmaschinenoptimierung (search for similar items in EconPapers)
Date: 2026
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DOI: 10.48584/opus-13111
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