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Ökonomisch-demographische Segregationsmechanismen: Aktuelle Befunde aus der Rhein-Ruhr-Region

Uwe Neumann ()

No 18, RWI Materialien from RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Abstract: In Agglomerationsräumen ist typischerweise eine ökonomisch-demographische Differenzierung in relativ homogene, voneinander sehr verschiedene Teilgebiete zu beobachten. Die in der Raumforschung als Segregation bezeichnete Entmischung, z.B. die Ballung von Dienstleistungsfunktionen in den Zentren der Städte, ist offenbar charakteristisch für Agglomerationsprozesse. Ungeklärt ist, inwieweit sich regionale Agglomeration und Segregation wechselseitig bedingen. Dabei ist die Frage, ob regionale Agglomeration erst durch eine interne Segmentation zu vorteilhaften externen Bedingungen führt, keineswegs nur von theoretischer Bedeutung. In der Regionalpolitik werden viele Maßnahmen durchgeführt, die aufVermutungen hinsichtlich der Zusammenhänge zwischen Agglomeration und Segregation beruhen. Momentan wird eher über negativeWirkungen der regionsinternen Differenzierung diskutiert. Dabei geht es um die Hypothese, die zukünftigen Arbeitsmarktprobleme könnten zur Verstärkung sozioökonomischer und raumwirtschaftlicher Ungleichheiten führen. Man nimmt an, durch eine Polarisierung könnte es zu sozialen Spannungen kommen, die die Agglomerationsvorteile mehr und mehr konterkarieren. Bis heute ist dies umstritten, da es an empirischer Evidenz über die kleinräumigen Rückwirkungen gesamtwirtschaftlicher Veränderungen und die zur Segregation führenden individuellen Handlungsmotive mangelt. Dies liegt vor allem daran, dass mit den bisher in diesem Forschungsgebiet vorherrschenden deskriptiven Methoden derartige Belege kaum zu erbringen sind. Durch Anwendung moderner ökonometrischer Methoden wird es in Zukunft möglich, den Forschungsschwerpunkt von der Beschreibung zur Erklärung der zur Segregation führenden Zusammenhänge zu verlagern. Die dazu erforderliche Basis kleinräumiger Individualdaten befindet sich in Deutschland noch im Aufbau. In der vorliegenden Arbeit wird am Beispiel der Rhein-Ruhr-Region untersucht, ob hier für kleinräumige Gebietseinheiten ein Segregationsmechanismus zu identifizieren ist, der Rückschlüsse auf mögliche Polarisierungseffekte der Arbeitsmarkt- und Bevölkerungsentwicklung zulässt.

Date: 2005
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