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Strukturreformen im deutschen Gesundheitswesen

Boris Augurzky, Samuel Berhanu, Silja Göhlmann, Sebastian Krolop, Liehr-Griem, Andreas, Christoph Schmidt, Harald Tauchmann () and Stefan Terkatz
Authors registered in the RePEc Author Service: Silja Goehlmann

No 8, RWI Materialien from RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Abstract: Die vorliegende Studie ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projektes der ADMED GmbH und des RWI. Ziel ist die Darstellung wesentlicher Ineffizienzen im deutschen Gesundheitswesen. Zur Beurteilung ihrer Bedeutung erfolgt eine grobe Abschätzung der damit verbundenen Einsparpotenziale, wobei es sich um reine Wirtschaftlichkeitsreserven handelt, Investitionskosten werden nicht mit einbezogen. Die Berechnungen basieren entweder auf Fallerfahrung der ADMED GmbH oder auf aggregierten Daten auf volkswirtschaftlicher Ebene. Bei mangelhafter Datenlage wurden konservative Annahmen getroffen. Zur fundierten mikroökonomischen Verifikation der Abschätzungen sind weiter gehende Untersuchungen und insbesondere eine Verbesserung der Datenlage im Gesundheitswesen erforderlich. Die untersuchten Kostensenkungsmaßnahmen beziehen sich nur auf folgende Felder: Primär- und Sekundärleistungen von Leistungserbringern und Fragen der Systemregulierung. Die Behebung von Ineffizienzen bei Leistungserbringern würde zu Einsparungen in der Größenordnung von mindestens 7,5 bis 10 Mrd. Euro pro Jahr führen, womit die GKV-Beiträge um bis zu 0,7 bis 0,9 %- Punkte gesenkt werden könnten. Zum Teil handelt es sich um Potenziale, die schon bei den heutigen gesetzlichen Rahmenbedingungen gehoben werden könnten. Hierzu bedarf es allerdings einer konsequenten Umsetzung einzelner Vorschläge. Andere Potenziale können erst in Betracht gezogen werden, wenn die Politik entsprechende Voraussetzungen dafür schafft. Die Umsetzung selbst ist nicht trivial und erfordert eine konsequente Umsetzungsplanung. Über diese Überlegungen hinaus gehende Untersuchungen zu Fehlanreizen im System weisen auf ein weiteres, möglicherweise beachtliches Einsparpotenzial hin. Der Mangel an empirischen Untersuchungen hierzu verdeutlicht den dringend notwendigen Bedarf an fundierten wissenschaftlichen Evaluationsstudien auf dem Gebiet der Gesundheitsökonomie.

Date: 2004
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