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Expertise zur Entwicklung der Lohnungleichheit in Deutschland

Bernd Fitzenberger

No 04/2012, Working Papers from German Council of Economic Experts / Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

Abstract: In Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten ein deutlicher Anstieg der Lohnungleichheit zu beobachten, der sich bis zum Beginn der 1990er Jahre auf den oberen Bereich der Lohnverteilung beschränkte und seitdem kontinuierlich sowohl im oberen als auch im unteren Bereich der Lohnverteilung fortsetzt. Die Expertise umfasst eine zusammenfassende systematische Darstellung und Diskussion der Entwicklung der Lohnungleichheit in Deutschland auf Basis der Ergebnisse von einschlägigen wissenschaftlichen Studien und auf Basis aktueller statistischer Auswertungen bis 2010. Die Expertise sichtet, ob und inwieweit es die vorgelegte empirische Evidenz erlaubt, verschiedene in der Literatur diskutierte Hypothesen zur Erklärung des Anstiegs der Lohnungleichheit zu stützen. Der Anstieg der Lohnungleichheit ist in West- und Ostdeutschland, zwischen und innerhalb von unterschiedlichen Arbeitnehmergruppen, innerhalb verschiedener Regime der Tarifbindung und zwischen Firmen zu beobachten. Die empirischen Ergebnisse legen nahe, dass die Qualifikationsverzerrung in der Arbeitsnachfrage in Verbindung mit einer zunehmenden Bedeutung von Firmenunterschieden und Arbeitsmarktfriktionen auf die Entlohnung sowie die geringer werdende Bedeutung von institutionellen Rigiditäten für jüngere Arbeitnehmer eine wichtige Rolle für den Anstieg der Lohnungleichheit spielen. Dem Rückgang der Tarifbindung per se kommt eine nur untergeordnete Rolle zu, da sich die Lohnungleichheit in allen Regimen der Tarifbindung erhöht hat. Ebenso können die Arbeitsmarktreformen des letzten Jahrzehntes die Entwicklung von der zeitlichen Abfolge her nicht erklären, da auch der Anstieg der Lohnungleichheit im unteren Bereich der Lohnverteilung fast ein Jahrzehnt vorher begann. Einschränkend ist festzuhalten, dass in der Expertise nicht die möglicherweise wichtigen Einflüsse der Migration nach Deutschland und des internationalen Handels behandelt werden konnten.

Date: 2012
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