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Rußlands Erdöl und Erdgas drängen auf den Weltmarkt

Roland Götz

No S 34/2004, SWP-Studien from Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), German Institute for International and Security Affairs

Abstract: Nach den Vorgaben der russischen Energiestrategie - wie auch nach den Plänen der russischen Energiewirtschaft - werden die Exporte von Erdöl und Erdgas bis 2020 erheblich ansteigen. Dies stellt entsprechende Anforderungen an den Aus- und Neubau von Häfen und Pipelines. Dabei unterscheidet sich die Situation im Ölbereich von der im Gasbereich erheblich. Der Export von Erdöl wird bereits 2004 durch voll ausgelastete Transportkapazitäten - Hafenanlagen und Pipelines - begrenzt, er soll sich bis 2020 gegenüber 2000 jedoch noch verdoppeln. Dagegen sind im Gassektor, wo geringere Exportzuwächse zu erwarten sind, noch Kapazitäten frei. Sowohl im Öl- als auch im Gasbereich wird eine Verlagerung des Schwerpunkts der Exportrichtungen stattfinden. Da die bestehende Transportinfrastruktur jedoch auf den ehemaligen RGW-Raum bzw. Westeuropa ausgerichtet ist, müssen in Ostrichtung bzw. für den Export in die USA eine Reihe neuer Transporteinrichtungen geschaffen werden. Im Ölbereich hat der russische Präsident das letzte Wort bei der Entscheidung über Pipelines, die entweder China oder Japan begünstigen. Im Gasbereich will der halbstaatliche russische Gaskonzern Gazprom seine bisherige Monopolstellung als russischer Gaslieferant nach Europa bewahren. Er strebt die Kontrolle über die weißrussischen und ukrainischen Gasfernleitungen an und hat die Gaswirtschaften der zentralasiatischen GUS-Republiken durch langfristige Lieferverträge an sich gebunden. Ein besonderes Anliegen der europäischen Staaten stellt die ökologische Situation dar, die durch Tankertransporte durch die Ostsee und vom Schwarzen Meer ins Mittelmeer betroffen ist. Daher liegt es im europäischen Interesse, wenn die schon lange diskutierten Pipelines für die Bosporus-Umgehung realisiert werden. Für Deutschland böte der Ausbau der Druézba-Pipeline und ihre Weiterführung nach Wilhelmshaven eine gewisse Alternative zum Tankertransport durch die Ostsee. (SWP-Studie / SWP)

Keywords: Russische Föderation; Energieversorgung (search for similar items in EconPapers)
Date: 2004
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