Braucht es monetäre und reale Konvergenz für eine (in einer) Währungsunion? Anmerkungen zu einer aktuellen Debatte
Friedrich L. Sell
No 2001,1, Working Papers in Economics from Bundeswehr University Munich, Economic Research Group
Abstract:
In diesem Beitrag folgen wir der aktuellen Diskussion über die Aussagekraft der Maastricht-Kriterien für die Auswahl von Ländern zur Teilnahme an der EWU. Es wird gezeigt, daß diese Kriterien weder die Theorie optimaler Währungsgebiete ausreichend reflektieren noch der Endogenitätsproblematik ausweichen können. Realwirtschaftliche Konvergenz dagegen gemessen an der Höhe des eigenen PKE und am Abstand zu den führenden Ländern hilft bei der Auswahl möglicher Kandidaten unter den emerging economies für die Aufnahme in die EWU. Vor dem Hintergrund des Balassa-Samuelson und des Kravis-Lipsey-Bhagwati-Effekts ergibt die theoretische Analyse, daß die Variabilität des realen Wechselkurses in einer Währungsunion um so mehr steigt, je höher der Anteil der Nontradeables in den Mitgliedstaaten, je größer die Zahl der (identischen) Teilnehmer an der Währungsunion mit entsprechend geringem Wertschöpfungsanteil und je stärker das Gefälle im Wachstum der beiden Sektoren unter den Mitgliedern der Währungsunion ist. Bei der Aufnahme weiterer Mitglieder in die EURO-Zone sind sowohl realwirtschaftliche als auch Finanzmarktkriterien heranzuziehen. Solange bei Kandidaten ein zu großes Gefälle zum Kern der EWU besteht, können realwirtschaftliche und Finanzmarktkriterien im Grunde genommen als Ersatz für die Maastricht-Kriterien dienen. Ein Vorbild können dabei entsprechende Vorschläge in Artikel 121 des EG-Vertrages abgeben.
Keywords: EWU; monetäre und reale Konvergenz; EG-Vertrag; EMU; monetary and real convergence; EC treaty; OCA theory (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: F15 F33 F36 F43 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2001
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