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Standardisierung des Überschusses (der Einnahmen und der Kosten) bei Arztpraxen: Berücksichtigung evtl. unterschiedlicher Kosten bei der Behandlung von PKV und GKV Patienten

Peter von der Lippe ()

No 197, IBES Diskussionsbeiträge from University of Duisburg-Essen, Institute of Business and Economic Studie (IBES)

Abstract: Der Beitrag ist eine Fortführung des IBES Diskussionsbeitrags Nr. 191 'Standardisierung der Einnahmen einer Arztpraxis, Methoden der Honorarumrechnung auf Einnahmen einer 'Normpraxis', die ausschließlich EBM-Leistungen (für GKV Patienten) in Vollzeit erbringt'. Dort wurde eine Berechnungsmethode dargestellt, die vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) bei der 'Standardisierung' von im ZI Praxispanel (ZiPP) ermittelten Honorareinnahmen von Praxen angewendet wurde. Die Methode (hier Lambda-Methode genannt) wurde vom ZI bei einem 'ZI-Forum' am 20. 11. 2012 in Berlin vorgestellt und in der Diskussion wurde eingewendet, dass diese Methode nicht akzeptabel erscheint, solange diese nicht auch die (evtl. differenzierten) Kosten bei der Behandlung von PKV und GKV Patienten berücksichtigt. Dieser Einwand gab den Anlass für die nachfolgende Betrachtung. Sie behandelt jedoch nur formale Zusammenhänge bei einer entsprechenden Erweiterung des 'Basismodells' der Lambda-Methode um die Kosten. In Analogie zu den Größen α und λ = 1+(α-1)p (wobei p der Anteil der Privatpatienten an den Patienten ist), die die Einnahmeseite betreffen werden hier die Größen β und λ2 = 1+(β-1)p eingeführt, die die Kostenseite betreffen (was bisher λ genannt wurde heißt hier im Folgenden λ1). Behandelt wird u.a. die Frage ob man a priori einen Wertebereich angeben kann, in dem sich der Koeffizient β bewegen muss. Bei β > 1 misst die Größe β, um wie viel teurer die Behandlung eines PKV Patienten im Vergleich zu einem GKV Patienten ist. Es werden auch Überlegungen angestellt, wie man die β-Koeffizienten der einzelnen Praxen zu einem β für eine größere Gruppe (z.B. eine ärztliche Fachgruppe) aggregieren kann. Nicht behandelt werden jedoch die wohl sehr viel gravierenderen Datenprobleme einer entsprechenden Erweiterung der Standardisierungsmethode: Wie gelangt man empirisch zu Kosten einer Behandlung, differenziert nach Art der Patienten (bzw. nach Art der Vergütung der Leistungen)? Ist eine vergleichbare Behandlung überhaupt unterschiedlich teuer bei PKV und bei GKV Patienten (wie dies ja implizit bei einem Koeffizienten β ≠ 1 angenommen wird)? Wie kann eine Praxis bei einer Befragung, wie etwa dem ZiPP zahlenmäßige Angaben darüber machen, zu welchem Prozentsatz z.B. Mieten, Gehälter, oder auch Abschreibungen kausal auf die Behandlung von Privatpatienten zurückzuführen sind? Wenn mit dem Argument der Nichtberücksichtigung der Kosten Berechnungen im Rahmen des ZiPP zugunsten der amtlichen Kostenstrukturerhebung (KSE) verworfen werden fragt es sich natürlich: welche statistische Informationen bezüglich unterschiedlicher Behandlungskosten von Privat- und Kassenpatienten können der KSE entnommen werden?

Date: 2012
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