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Taxi im Wandel: Einstellungen, Nutzungsmotive und Nutzerstruktur. Eine empirische Untersuchung aus dem Rhein-MainGebiet

Andreas Knie, Anke Schmidt and Lara Meyer

Discussion Papers, Research Group Globalization, Work, and Production from WZB Berlin Social Science Center

Abstract: Das Discussion Paper untersucht auf Grundlage einer empirischen Befragung von 898 Personen im Rhein-Main-Gebiet die Wahrnehmung, Nutzung und Zukunftsperspektiven des Taxis. Die Studie kombiniert eine Passantenbefragung an zentralen Verkehrsknotenpunkten in Frankfurt am Main mit einer Online-Befragung von Taxikundinnen und -kunden. Ziel war es, eine Forschungslücke zu schließen, da Taxis in den großen amtlichen Mobilitätserhebungen bislang als eigenständiges Verkehrsangebot kaum berücksichtigt werden. Hinweise über aktuelle Motive der Nutzung oder Gründe für ein mangelndes Interesse fehlen weitgehend. Die Ergebnisse zeigen, dass das Taxi von vielen Befragten primär mit hohen Preisen assoziiert und daher nur selten genutzt wird. Die Kundinnen und Kunden rekrutieren sich vor allem aus älteren Altersgruppen und Menschen aus einkommensstarken Haushalten. Bei den Motiven dominieren spezifische Fahrtanlässe wie Flughafen- und Bahnhofsfahrten, Freizeit- und Nachtverkehre. Jüngere Befragte bevorzugen deutlich häufiger digitale Plattformdienste wie Uber oder Bolt. Ausschlaggebend sind weniger Unterschiede im Verkehrsangebot als vielmehr in den wahrgenommenen Vorteilen digitaler Buchung, transparenter Preise und bargeldloser Bezahlung. Gleichzeitig bleibt das Taxi für seine Nutzerinnen und Nutzer ein Verkehrsmittel, das vor allem mit Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und persönlicher Erreichbarkeit verbunden wird. Der telefonische Bestellweg spielt insbesondere bei älteren Personen weiterhin eine wichtige Rolle. Die Zahlungsbereitschaft für zusätzliche Serviceangebote oder besonders hochwertige Fahrzeuge ist dagegen gering. Die Untersuchung deutet auf einen tiefgreifenden Strukturwandel des Taximarktes hin. Die zentrale Herausforderung liegt weniger im Wettbewerb mit einzelnen Plattformanbietern als in veränderten Erwartungen an digitaler Kundenerlebnisse. Zukunftsfähig erscheint daher eine Verbindung traditioneller Stärken wie Verlässlichkeit und Servicequalität mit einfachen digitalen Buchungs- und Bezahlprozessen. Besondere Bedeutung gewinnt die Generation der Babyboomer: Sie verbindet einen hohen Wunsch nach individueller Mobilität mit größerer digitaler Vertrautheit als frühere Generationen und könnte damit ein wichtiger Transformationsmarkt für ein altersübergreifendes und digital zugängliches Taxiangebot werden. Aus der Studie geht hervor, dass das Potenzial für die Zukunft der Branche im Ausbau digitaler Buchungs- und Abrechnungssysteme, transparenten Festpreismodellen, der Sicherung hoher Qualitätsstandards sowie der Beibehaltung telefonischer Bestellmöglichkeiten liegt. Die weitere Entwicklung wird auch dadurch bestimmt, inwiefern es gelingt, die Babyboomer als Kundengruppe besser zu adressieren, da hier analoge und digitale Nutzungspräferenzen aufeinandertreffen.

Date: 2026
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