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Aktuelle Probleme der Energiewirtschaft und Energiepolitik in Zentralasien

Alexei Trouchine and Ernst Giese

No 28, Discussion Papers from Justus Liebig University Giessen, Center for international Development and Environmental Research (ZEU)

Abstract: Obwohl das kirgisische Wasserenergieprogramm nicht so anspruchsvoll ist wie jenes von Tadschikistan, beinhaltet es eine enorme Belastung der Wasserressourcen im Syrdarja-Becken. Dessen Abfluss wird bereits zu fast 70% durch Stauseen reguliert. Die neuen Projekte in Kirgistan (wie auch in Kasachstan und Usbekistan) würden eine nahezu 100%-ige Regulierung des Syrdarja-Abflusses zur Folge haben. Auch wenn das Abflussregime besser den Anforderungen des Bewässerungsfeldbaus und der Energetik angepasst werden sollte, wird das Konfliktpotenzial dadurch nicht reduziert. Die Möglichkeit Kirgistans, noch mehr Druck zu erzeugen, wird die Länderkooperation im Syrdarja-Becken gefährden. Wie im Amudarja- Becken wird auch hier die Forderung nach mehr Kooperation und Koordination stärker. Es sollen neue Mechanismen der Zusammenarbeit und multilateralen Beteiligung bei der Erschließung des hydroenergetischen Potenzials Kirgistans und Tadschikistans gefunden werden. Auf der anderen Seite soll den beiden Ländern ein fairer Anteil am Profit ihrer wichtigsten Naturressource, dem Wasser (durch Weiterentwicklung des Kompensationsmechanismus, Einführung eines Wasserpreises, u.ä.) gesichert werden.Auch im Syrdarja-Becken zeigt Russland politische und wirtschaftliche Präsenz. Bis jetzt bewerten die Länder der Region die Rolle Russlands eher positiv. Durch Öffnung seiner Energiemärkte, die Einbeziehung in den zentralasiatischen Kompensationsmechanismus und die Bereitstellung von Investitionen wurden die Voraussetzungen für die Entwicklung der kirgisischen Energetik verbessert. Allerdings sind andere Großmächte, v.a. die VR China, an seiner Erschließung ebenso interessiert. Für die Zusammenarbeit mit China, Iran und Pakistan spricht folgende Überlegung. Trotz aller Vorteile, die die energetische Kooperation mit Russland mit sich bringt, wollen sich die neuen unabhängigen Staaten der Region nicht zu stark an Russland binden. Darüber hinaus hilft die Konkurrenz (durch die Präsenz anderer Staaten) auf dem zentralasiatischen Energiemarkt bessere Kooperationsbedingungen zu erreichen. Das Beispiel für eine solche Distanzierung von Russland ist Turkmenistan. Aufgrund ungünstiger Bedingungen hat sich Turkmenistan nicht der energetischen Kooperation im Rahmen der GUS und EWU angeschlossen. Dafür arbeitet die Republik eng mit US-amerikanischen Energiekonzernen zusammen und führt eine eigene Exportpolitik7 durch, indem es seinen Strom bereits seit einigen Jahren nach Iran, Türkei und jetzt auch nach Afghanistan verkauft. Es ist nicht auszuschließen, dass Zentralasien zu einer Arena eines Konkurrenzkampfes rivalisierender Länder um die Nutzung knapper Naturressourcen wird.

Date: 2006
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