Landespolitiker befürworten mehr Vergleichbarkeit im föderalen Bildungssystem
Sebastian Blesse and
Justus Nover
No 6/2020, ZEW policy briefs from ZEW - Leibniz Centre for European Economic Research
Abstract:
Die deutsche Bildungspolitik ist stark föderalistisch geprägt. Die Länder bestimmen die Lehrinhalte, sind verantwortlich für die Ausbildung neuer Lehrkräfte und tragen die Kosten der landeseigenen Bildungspolitik. Dieser Umstand hat zu einer Situation geführt, die bisweilen als Flickenteppich bezeichnet wird. Die Bevölkerung kann dadurch vor besondere Herausforderungen gestellt werden, etwa wenn unterschiedliche Lehrpläne oder Abschlüsse einen Umzug über Landesgrenzen hinweg erschweren. Vor diesem Hintergrund haben Forscher des ZEW Mannheim eine Umfrage in allen 16 Landtagsparlamenten durchgeführt. Erfragt wurde, wie wichtig den Abgeordneten die Vergleichbarkeit von Bildungsergebnissen zwischen Bundesländern ist. Des Weiteren wurden die Präferenzen der Landtagsabgeordneten für Reformoptionen abgefragt, die auf mehr Vergleichbarkeit und einheitlichere Standards abzielen. Die Vergleichbarkeit von Bildungserfolgen ist entscheidend, um die Vorzüge eines föderal organisierten Bildungssystems voll ausschöpfen zu können. Föderale Strukturen fördern den Ideenwettbewerb für Innovationen in der Wissens- und Kompetenzvermittlung. Sind Bildungsergebnisse vergleichbar, so können sie anderen Bundesländern als Orientierungshilfe dienen, um die Leistung des eigenen Bundeslandes einzuschätzen und etwaige Handlungsempfehlungen ableiten zu können. Sich bewährende Politikansätze können dann von allen Bundesländern übernommen werden. Gleichzeitig besteht bei der Vergleichbarkeit von Bildungserfolgen in Deutschland erheblicher Nachholbedarf (Wissenschaftlicher Beirat 2016).
Date: 2020
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