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Verluste auf das deutsche Nettoauslandsvermögen - wie sind sie entstanden?

Guido Baldi and Björn Bremer

DIW Wochenbericht, 2013, vol. 80, issue 49, 32-40

Abstract: Germany's international investments show large net valuation losses of more than 20 percent of GDP since 2006. Is this entirely random or is there a story behind these losses? It is difficult to provide a meaningful answer to this question. In general, high valuation losses on the net foreign asset position are nothing unusual. In addition, the available data should be interpreted with some caution. However, this article also shows that one can detect an interesting pattern when analyzing valuation changes in asset categories. Interestingly, high net valuation losses can be mainly detected in portfolio investments, while German foreign direct investments have not shown major losses. In addition, foreign investors have seen major gains on their direct investments in Germany. Presumably, some of the net valuation losses of German firms and individuals could have been prevented if their savings had been invested in long-term assets either in Germany or abroad. A comparison of Germany's investment behavior with the one observed for US firms and individuals is interesting. Both countries are "safe havens" and attract a lot of foreign investments for bonds. At the same time, the US channels its foreign investments into assets showing high returns, while the same cannot be observed for Germany and many other countries. These results are of high relevance because valuation losses on the international investment position lower future domestic welfare. Deutschland hat seit dem Jahr 2006 Wertverluste von mehr als zwanzig Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung auf sein Nettoauslandsvermögen erlitten. War dies Zufall, oder steckt mehr dahinter? Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Im Zeitablauf schwankende Vermögensbewertungen sind an sich nichts Ungewöhnliches; Verluste können sich rasch in Gewinne umwandeln, und umgekehrt. Die verfügbaren Daten sollten zudem mit einer gewissen Vorsicht interpretiert werden. Der vorliegende Bericht zeigt aber auch, dass aus den hohen Wertverlusten auf das Auslandsvermögen durchaus Lehren gezogen werden können. Zum einen sind die Verluste zu einem großen Teil bei Portfolioinvestitionen entstanden, während ausländische Direktinvestitionen deutscher Unternehmen - also strategische Unternehmensbeteiligungen - im internationalen Vergleich seit dem Jahr 2006 ordentliche Bewertungsgewinne erzielen konnten. Zugleich konnten auch ausländische Investoren auf ihren Direktinvestitionen in Deutschland Gewinne verbuchen. Im Rückblick wäre es möglicherweise für deutsche Unternehmer und Anleger eine bessere Strategie gewesen, entweder vermehrt im Inland zu investieren oder im Ausland langfristig ausgerichtete Investitionen zu tätigen. Ein Vergleich mit dem Anlageverhalten der USA illustriert außerdem, dass das deutsche Auslandsvermögen wenig rentabel angelegt wurde. Beide Länder ziehen in hohem Maße Kapital aus dem Ausland für festverzinsliche Anleihen an. Sowohl Deutschland als auch die USA profitieren davon, dass sie bei Investoren als sicherer Hafen gelten und auf Anleihen im internationalen Vergleich nur niedrige Zinsen zahlen müssen. Während aber die Unternehmen und Privatpersonen der USA gleichzeitig im Ausland in Anlagen mit hoher Rendite investiert haben, kann man dies für deutsche Investoren in den vergangenen Jahren im Allgemeinen nicht beobachten. Ein Teil der Nettoverluste Deutschlands ist sogar darauf zurückzuführen, dass ausländische Investoren auf ihren Anlagen in Deutschland Bewertungsgewinne erzielen konnten. Die hohen Verluste auf das Nettoauslandsvermögen bedeuten nicht zuletzt auch Wohlfahrtsverluste für die künftigen Generationen Deutschlands.

Keywords: International Assets and Liabilities; Valuation Effects; International. - Capital Flows (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: F21 F34 F41 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2013
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