Wettbewerb in der ambulanten onkologischen Versorgung: Analyse und Reformansätze
Michael Coenen,
Justus Haucap and
Moritz Hottenrott
No 81, DICE Ordnungspolitische Perspektiven from Heinrich Heine University Düsseldorf, Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE)
Abstract:
Seit 15 Jahren betreibt die Politik systematisch die Öffnung des ambulanten Bereichs für Krankenhäuser. 2015 wurden die Regelungen hierzu mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) erneut reformiert und vertieft. Krankenhäuser und Vertragsärzte agieren im Hinblick auf Bedarfsplanung, Vergütung und Investitionsfinanzierung unter ungleichen Bedingungen und sind dennoch auf demselben Markt tätig. Das Gutachten untersucht die wettbewerblichen Konsequenzen dieser Entwicklung und kommt zu den folgenden Ergebnissen: Quersubventionierungsmöglichkeiten in Krankenhäusern schaden dem intermodalen Wettbewerb und führen zu Verschwendung und Ineffizienz in der Versorgung. Krankenhäuser verlagern stationäre Ressourcen aus wirtschaftlichen Motiven in den ambulanten Bereich. Patientenlenkung und Patientendiskriminierung nach Wirtschaftlichkeit gehen nicht notwendigerweise in dieselbe Richtung wie das Versorgungsinteresse. Imperfekte Qualitätstransparenz und mangelhafte Reputationsmechanismen geben Krankenhäusern Möglichkeiten zur unsachgemäßen Leistungsausweitung. Absehbare Folge ungleicher Wettbewerbsbedingungen wird die Ausdünnung der ambulanten Versorgung mit niedergelassenen Fachärzten sein. Mit einem wettbewerbsorientierten Reformkonzept lassen sich die Wettbewerbsprobleme angehen und die ambulante Versorgung verbessern.
Date: 2016
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