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Sackgasse SGB II: Eine qualitative Panelstudie zur Überwindung der Bedürftigkeit aus Sicht von Aufstocker-Familien

Anne Schröter and Susanne Heiland

No 13, Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen from Institut Arbeit und Wirtschaft (IAW), Universität Bremen und Arbeit­nehmer­kammer Bremen

Abstract: Im Land Bremen ist die Anzahl der Personen, die trotz eigenem Erwerbseinkommen auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende angewiesen sind - die sogenannten Aufstocker(innen) - in den vergangenen Jahren konstant gestiegen. Vor allem wenn Kinder zu versorgen sind, reicht das Einkommen der Eltern vielfach nicht aus, um die Familie existenzsichernd zu versorgen. Dann wird ein aufstockender Arbeitslosengeld-II-Bezug notwendig, der von den Familien oftmals erst vier Jahre oder später überwunden werden kann. In einer qualitativen Panelstudie werden jene Aufstocker-Familien fokussiert, deren Strategien für eine Überwindung des Leistungsbezugs analysiert sowie die Rolle der bestehenden Arbeitsvermittlung reflektiert. Im Ergebnis wird deutlich, dass Familien für eine Überwindung des Leistungsbezugs ein hohes Maß an Flexibilität, sowohl innerfamiliär als auch erwerbsbezogen, aufbringen müssen. Dies fordert jedoch weitreichende Handlungsspielräume, die oftmals aufgrund der Sorgearbeit in der Familie sowie fehlenden Qualifizierungsmöglichkeiten fehlen. Die Arbeitsvermittlung nimmt für Aufstocker-Familien dabei nur eine nebensächliche Rolle ein: So können erwerbstätige Leistungsbeziehende zwar grundsätzlich die Beratungs- und Förderfunktion des Jobcenters nutzen, jedoch fehlen zielgruppenspezifische Maßnahmen, die an die komplexen Bedarfslagen der Familien anknüpfen. Von den Familien gewünschte Maßnahmen zur beruflichen Förderung bleiben aus oder die Bedarfe der Familie werden nicht erkannt. Aktive Ausstiegsstrategien erfolgen daher unabhängig von den Beratungen des Jobcenters. Die Arbeitsmarktpolitik steht somit vor der drängenden Herausforderung, die Grundsicherung für Arbeitsuchende an den veränderten Adressat(innen)- Kreis anzupassen oder aber anknüpfende arbeitsmarktpolitische Interventionen für diese Gruppen zu entwickeln.

Date: 2016
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