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Weltkonjunktur und deutsche Konjunktur im Sommer 2012

Klaus Gern, Nils Jannsen, Martin Plödt, Björn Van Roye, Joachim Scheide, Tim Schwarzmüller, Jens Boysen-Hogrefe, Dominik Groll and Stefan Kooths
Authors registered in the RePEc Author Service: Martin Ademmer

No 506/507, Kiel Discussion Papers from Kiel Institute for the World Economy (IfW Kiel)

Abstract: [Weltkonjunktur in unruhigem Fahrwasser] Die Weltkonjunktur befindet sich zur Jahresmitte wieder in einer Phase sehr verhaltener wirtschaftlicher Expansion; die Aufhellung der Perspektiven, zu der es gegen Ende 2011 und in den ersten Monaten des laufenden Jahres kam, war offenbar von kurzer Dauer. Belastungen gehen zurzeit insbesondere von der erneuten Zuspitzung der Staatsschuldenkrise im Euroraum aus. Für die Prognose unterstellen wir, dass sich die Anspannungen an den Finanzmärkten allmählich wieder verringern. Entlastend wirkt der spürbare Rückgang des Ölpreises. So haben wir unsere Prognose vom Frühjahr nur unwesentlich revidiert. Wir erwarten für das laufende Jahr nach wie vor eine Verlangsamung des Anstiegs der Weltproduktion auf 3,4 Prozent. Angesichts einer schwachen Konjunktur in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften - der Euroraum befindet sich sogar in der Rezession - hat sich auch die Dynamik in den Schwellenländern spürbar verringert. Im nächsten Jahr dürfte sich die weltwirtschaftliche Expansion wieder verstärken, bei einem Zuwachs von 3,8 Prozent (Märzprognose: 3,9 Prozent) bleibt sie aber moderat. - [Deutschland: Schuldenkrise bremst den Aufschwung erneut] Nach dem schwungvollen Jahresauftakt zeichnet sich für die deutsche Konjunktur im weiteren Jahresverlauf eine zunächst nur schwache Dynamik ab. Grund hierfür sind die dämpfenden Effekte, die von der schwelenden Schuldenkrise in einigen Ländern des Euroraums ausgehen. Diese belasten das Geschäftsklima und schwächen über einen vermehrten Investitionsattentismus die binnenwirtschaftlichen Auftriebskräfte. Gleichwohl haben sich die Aussichten für einen kräftigen Produktionsanstieg nicht grundlegend geändert. Vor allem gehen von den extrem niedrigen Zinsen in Deutschland beträchtliche Impulse aus. Diese dürften sich in der zweiten Hälfte des Prognosezeitraums mehr und mehr durchsetzen, sofern die Lage im Euroraum nicht eskaliert. So werden die Unternehmen wieder stärker in Ausrüstungen investieren, wobei das Motiv der Kapazitätserweiterung vor dem Hintergrund der anziehenden Auslastung an Gewicht gewinnen dürfte. Der Wohnungsbau profitiert von den sehr niedrigen Hypothekenzinsen. Ferner wird der private Konsum von den weiterhin positiven Aussichten am Arbeitsmarkt gestützt. Die Exporte werden allmählich wieder etwas rascher zulegen, zumal sich die Konjunktur bei den Handelspartnern fängt. Die Ausfuhrdynamik dürfte allerdings nicht sehr groß sein; da die Importe rascher steigen, wird der Außenhandel die Expansion im weiteren Verlauf dieses Jahres und auch 2013 leicht bremsen.

Date: 2012
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