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Deutsche Konjunktur im Frühjahr 2020 - Deutsche Wirtschaft im Zeichen des Corona-V(irus)

German Economy Spring 2020 - German economy: V(irus)-shaped recession ahead

Jens Boysen-Hogrefe, Salomon Fiedler, Dominik Groll, Nils Jannsen, Stefan Kooths and Saskia Mösle
Authors registered in the RePEc Author Service: Saskia Meuchelböck

No 65, Kieler Konjunkturberichte from Kiel Institute for the World Economy (IfW Kiel)

Abstract: Die Verbreitung des Corona-Virus wird sich in erheblichem Maße auf die Konjunktur in Deutschland auswirken. Die deutsche Wirtschaft wird dabei in einer Situation getroffen, in der sie nach dem Abschwung im vergangenen Jahre gerade im Begriff war, wieder Tritt zu fassen. So mehrten sich zuletzt die Zeichen, dass die Industrie ihren Boden finden und sich allmählich wieder aus der Rezession lösen würde. Die konkreten wirtschaftlichen Schäden durch das Corona-Virus lassen sich derzeit kaum beziffern. Zum einen werden die Auswirkungen in den vorliegenden Frühindikatoren noch nicht abgebildet. Zum anderen ist auch der weitere Fortgang der Viruserkrankung ungewiss, zumal die wirtschaftlichen Folgen zu einem Gutteil auch von den Maßnahmen zur Eindämmung des Virus abhängen. Für unsere Prognose haben wir unterstellt, dass das Corona-Virus die wirtschaftliche Aktivität vor allem in der ersten Jahreshälfte dämpft und es danach zu spürbaren Aufholeffekten kommt. In diesem Szenario wird das Konjunkturbild im Verlauf dieses Jahres einer ausgeprägten V-Form ähneln. Absehbar ist bereits, dass der Außenhandel in den kommenden Monaten deutlich in Mitleidenschaft gezogen werden wird. Dabei dürfte nicht nur der Austausch nach China, sondern auch in andere besonders stark von dem Virus betroffene Regionen deutlich rückläufig sein. In Zuge dessen könnten Lieferprobleme bei Vorleistungsgütern zusätzlich zu spürbaren Produktionsrückrängen führen. Aber auch in der Binnenkonjunktur dürfte sich die Verbreitung des Virus deutlich bemerkbar machen. So werden sich die privaten Haushalte wohl insbesondere bei Freizeitaktivitäten zurückhalten, um eine Ansteckung zu vermeiden. Die Unternehmen werden angesichts des unsicheren Fortgangs der Viruserkrankung voraussichtlich Investitionsvorhaben verschieben. Sofern sich die größten negativen Effekte tatsächlich auf die erste Jahreshälfte beschränken, dürften die Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahlen gering sein. Alles in allem rechnen wir für das laufende Jahr mit einem leichten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 0,1 Prozent. In unserer jüngsten Winterprognosen waren wir noch von einem Anstieg von 1,1 Prozent ausgegangen. Im kommenden Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt auch aufgrund der Aufholeffekte recht kräftig um 2,3 Prozent zulegen. Insgesamt überwiegen für unsere Prognose jedoch die Abwärtsrisiken und je nach dem weiteren Fortgang bezüglich der Corona-Erkrankungen sind auch deutlich negativere Szenarien denkbar.

Keywords: Fortgeschrittene Volkswirtschaften; Schwellenländer; monetary policy (search for similar items in EconPapers)
Date: 2020
New Economics Papers: this item is included in nep-ger
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