Chinas Abhängigkeit vom Westen bei Importen und Technologien
Simon Gerards Iglesias and
Jürgen Matthes
No 15/2023, IW-Reports from Institut der deutschen Wirtschaft (IW) / German Economic Institute
Abstract:
Zwischen China und dem Westen bestehen gegenseitige Abhängigkeiten, die für beide Seiten das Potenzial haben, bei einem geopolitischen Konflikt hohe wirtschaftliche Kosten entstehen zu lassen. Sollte China tatsächlich eine Invasion Taiwans planen, wäre der Westen bei dann wahrscheinlichen gegenseitigen Sanktionen zwar erheblich betroffen, aber aufgrund seiner bedeutenden Stellung als Lieferant wichtiger Waren für China seinerseits auch keinesfalls handlungsunfähig. Der Anteil des Westens an chinesischen Warenimporten lag im Jahre 2021 bei 53 Prozent und einem Wert von 1,25 Billionen Euro. Der westliche Anteil ist bei vielen wichtigen Schlüsselprodukten wie Maschinen, hochspezialisierten Instrumenten und Halbleitern auf hohem oder sehr hohem Niveau. Das wichtigste chinesische Importprodukt - Halbleiter - wird zu 68 Prozent aus dem Westen und Taiwan eingeführt. Aber auch bei anderen bedeutenden Einfuhrwaren entfällt ein hoher Anteil von bis über 90 Prozent an den chinesischen Einfuhren auf den Westen, so bei einigen Lebensmitteln wie Fleisch und Getreide, bestimmten Rohstoffe wie Eisenerz und Gold sowie auch bei einigen Luxusprodukten wie Parfum. Bei Rohstoffen und Lebensmitteln bestehen für China die höchsten Import/Export-Verhältnisse, das heißt es importiert bei einigen Gütern ein Vielfaches dessen, was es exportiert. Das Import/Export-Verhältnis liegt bei Erzen bei 60 zu 1, bei Fleisch bei 36 zu 1 und bei Getreide bei 18 zu 1. Die Analyse der Abhängigkeiten Chinas vom Westen ist auch deshalb relevant, weil sie zu einer differenzierteren Sichtweise der gegenseitigen Abhängigkeiten mit Blick auf China beiträgt. Zudem geben die Ergebnisse erste Hinweise, wo im geopolitischen Konfliktfall mögliche Drohpotenziale für Handelssanktionen des Westens liegen könnten.
JEL-codes: F02 F14 O53 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2023
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